Vor ein paar Tagen noch hatte der Hamburger Journalist Horst-Dieter Ebert die helle Empörung des versammelten Publikums gegen sich gehabt, als er am Anfang einer linksliterarischen Podiumsdiskussion über den Ungehorsam aufstand und, Ungehorsam praktizierend, gegen den Diskussionsleiter protestierte: den Professor für Afrikanische Geschichte des Hope College in Michigan, den Ritter des Souveränen Tempelherren-Ordens, den Chevalier des Ordre National der Republik Senegal, den Ehrenpräsidenten des Verbandes deutscher Übersetzer, den Sekretär der Freien Akademie der Künste in Hamburg, den Schriftsteller Rolf Italiaander. Italiaander, versuchte Ebert zu sagen, sei ein „Hiwi des Faschismus“ gewesen (der Beschuldigte verstand „Hippie des Faschismus“ und fühlte sich als solcher verkannt); beweiskräftige Zitate ließ man Ebert gar nicht erst verlesen.

Die Hamburger Akademie aber reagierte dann doch schnell: nach erster Einsicht in das Material wurde Italiaander am Montag nahegelegt, sich von seinem Sekretärsposten zunächst bis zur nächsten Plenarversammlung Anfang Dezember beurlauben zu lassen; bis dahin sollen die Vorwürfe geprüft sein. Italiaander folgte der Anregung.

D. Z.