Als Mitte September in Cannes die Konferenz der International Air Transport Association (IATA) begann, sagte IATA-Direktor Knut Hammarskjöld: „Dies ist die wichtigste Konferenz in der Geschichte der Luftfahrt. Sie steht am Beginn der Ära des Massenverkehrs im internationalen Luftfahrtgeschäft.“ Hammarskjöld fügte noch hinzu, daß es keine Preissenkungen geben werde, das erlaube die finanzielle Situation der Luftfahrtgesellschaften zu Beginn der neuen Ära einfach nicht.

Als die Konferenz nach sechs Wochen endete, trennten sich die rund 400 Vertreter der 104 IATA-Gesellschaften, ohne sich einig geworden zu sein. Sie hatten 18 Bände mit über 2000 Vorschlägen diskutiert, doch eine Einigung über die Kernfrage, wie ab April nächsten Jahres das Preisgefüge aussehen soll, wurde nicht erreicht.

Ein paar Fragen am Rande wurden geklärt. Beispielsweise die Einführung eines einheitlichen Flugtickets, für alle Gesellschaften und auf Flügen in alle Welt, unter anderem auch eine Neuregelung der Gepäckbestimmungen.

Die Flughäfen und auch einige Luftfahrtgesellschaften wollen die genauen Gewichtsbestimmungen für Gepäck, die noch aus der Zeit der ersten Düsenmaschinen stammen, endlich aufheben. Jedem Passagier soll pauschal gestattet werden, zwei Koffer mitzunehmen. Das wäre vor allem für die Flughäfen eine Erleichterung, denn das Abwiegen jedes einzelnen Gepäckstückes wäre dann überflüssig.

Die Mehrzahl der Fluglinien aber sträubt sich noch, nicht weil zuwenig Platz in den Flugzeugen ist. Übergewicht bringt Geld. Im letzten Jahr kassierten die IATA-Gesellschaften 320 Millionen Mark für Übergewicht.

Solange die Vertreter der Fluggesellschaften sich nicht über die Tarifstruktur einig werden, solange wird man auch die Fragen am Rande nicht endgültig lösen. Der Streit um die Flugpreise entzündet sich zunächst immer an den Atlantikrouten zwischen Europa und Nordamerika. Wenn hier erst einmal Klarheit geschaffen ist, dann ist der Rest ein Kinderspiel.

Der Zankapfel sind die Jumbo-Jets. Genauer gesagt: Wie soll man die Flugpreise für die Riesenvögel festlegen. Sicher scheint bisher nur, daß man bei den Überlegungen von der luxuriösen Form der Jumbos ausgeht: Nur jeweils neun Sitze (statt zehn) in einer Reihe. Das bedeutet insgesamt Plätze für 360 bis 380 Fluggäste statt für 490 wie ursprünglich angekündigt.