Von Uwe Nettelbeck

In der Nacht vom 2. auf den 3. April 1968 brachen um Mitternacht in zwei Frankfurter Kaufhäusern drei Brände aus. Obwohl die Brände schnell entdeckt wurden und gelöscht werden, konnten, ehe sie sich ausbreiteten oder gar auf die Gebäude übergriffen, entstand ein erheblicher Sachschaden, wenn auch bei weitem kein so erheblicher, wie die Lokalzeitungen am nächsten Morgen meinten, ein eigentlich gar nicht so erheblicher Sachschaden, sondern ein von Versicherungen gedeckter Schadensfall.

Er entstand vor allem in der Sportartikel- und Spielwaren-Abteilung der an der Zeil gelegenen Filiale der Kaufhauskette Kaufhof, die mit einer Sprinkleranlage ausgerüstet ist. Aber auch in dem ebenfalls an der Zeil gelegenen Kaufhaus Schneider, in dem im ersten Stock die Wand einer Umkleidekabine und im dritten Stock ein Schrank in Brand geraten waren, mußten im Zuge der Löscharbeiten Waren vernichtet oder beschädigt werden.

Noch in der gleichen Nacht ermittelte die Frankfurter Kriminalpolizei, daß in allen drei Fällen Brandstiftung vorlag, denn es gelang ihr, in der Umkleidekabine, auf dem angebrannten Schrank und auch in der Sportartikel- und Spielwaren-Abteilung des Kaufhauses Kaufhof Plastikflaschen und Reisewecker sicherzustellen, die unversehrt genug waren, um keinen Zweifel an der Ursache der Brände zu lassen.

Am 3. April 1968 entschlossen sich die betroffenen Kaufhäuser, für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung und so weiter führen konnten, eine hohe Belohnung auszuschreiben, mit augenblicklichem Erfolg. Schon am 4. April 1968 ging bei der Frankfurter Kriminalpolizei der vertrauliche Hinweis ein, der zur Verhaftung von Gudrun Ensslin, Andreas Baader, Thorwald Proll und Horst Söhnlein führte.

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Daten: Gudrun Ensslin, geboren am 15. August 1940. Andreas Baader, geboren am 6. März 1943. Thorwald Proll, geboren am 22. Juli 1941. Horst Söhnlein, geboren am 13. Oktober 1943.