... in England: 1968 wurden dem Board of Trade insgesamt 151 Fusionen gemeldet. Das Kapital der betroffenen Firmen ist nicht erfaßt. Nur in den Fällen, in denen das Board of Trade Bedenken gegen die Fusion hat, werden alle Unterlagen von der Monopolkommission gesammelt. Nicht registriert werden die Fälle, in denen eine Firma durch Aktienkäufe an der Börse eine beherrschende Mehrheit über eine andere Firma erlangt. Auf diesem Wege wurden nach Schätzungen im vergangenen Jahr zwischen 800 und 1000 Firmen übernommen. Die herausragenden Fälle waren die Übernahme von zwei Elektrofirmen durch die General Electric und das erneute Angebot von ICI, Courtaulds zu übernehmen,

... in Frankreich: Schwerpunkt der Konzentrationsbewegung war das Jahr 1967, in dem rund 250 Fusionen gezählt wurden. Im letzten Jahr wurden nur noch 150 Fälle registriert, vornehmlich im Bereich der Mittel- und Kleinbetriebe. In dieser Statistik wurden sämtliche Vorgänge erfaßt von der vollen Übernahme bis zur Vereinbarung einer Zusammenarbeit bei völliger Unabhängigkeit der beteiligten Unternehmen. Am aufsehenerregendsten war der Zusammenschluß der Flugzeugfirmen Avions Dassault mit Bréguet-Avion, die fünfzehnprozentige Beteiligung von Fiat an Citroen und der noch nicht entschiedene Versuch des Glasproduzenten Boussois-Souchon-Neuvesel, Saint Gobain zu schlucken.

... in Italien: Fusionen, Konzentrationen und Kooperationsvereinbarungen werden nicht registriert. Das Schwergewicht derartiger Vorgänge liegt bei der Chemie, in der Zuckerindustrie und auf dem Immobiliensektor. Am spektakulärsten war die Übernahme von etwa 15 Prozent des rund 5 Milliarden Mark betragenden Aktienkapitals der Montecatini-Adison SpA. durch die italienischen staatlichen Holdinggesellschaften ENI und IRI, durch die sie sich einen wesentlichen Einfluß sicherten. Da die ENI noch über andere Chemiebetriebe herrscht, ist in Italien der größte europäische Chemieverbund entstanden.

... in Deutschland: Die Zahl der Unternehmenskonzentrationen wird in der Bundesrepublik von keiner amtlichen Stelle statistisch erfaßt. Zweifellos gehört auch die Bundesrepublik zu den konzentrationsfreudigsten Ländern in Europa. Nach einer Veröffentlichung der OECD in Paris entfielen 1967 von 24 Fusionen von Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 100 Millionen Mark in Westeuropa allein neun auf die Bundesrepublik. In der letzten Zeit erregten vor allem das Übernahmeangebot der Badischen Anilin- und Soda-Fabrik an die Aktionäre der Wintershall AG, der Erwerb von 70 Prozent des Kapitals der Lackfabrik Herbol durch die BASF, der kürzliche Kauf von 35 Prozent des GBAG-Kapitals durch die Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk AG und die Kooperation zwischen AEG und Siemens ohne kapitalmäßige Verflechtung Aufsehen.