Das gesellschaftliche Terrain ist abgesteckt, so aus Spaß und als Gag. Die Markierungen heißen: Kontur, Kamin, Konferenz, Vater, Hierarchie, Bandscheibe, Repräsentation, Persönlichkeit. Wer sich angesprochen fühlt, darf Platz nehmen, bitte schön, auf dem „ersten maßgeschneiderten“, dem ersten „Konturensessel“, der in Köln „als Weltpremiere“ vorgeführt wurde. In Köln haben die deutschen Möbelfabrikanten das Intervall der zweijährlichen Möbelinternationale zu einer rein deutschen Möbelmesse genutzt; Neuigkeitenjäger erbeuteten nicht viel, nur einen Stilschrank für zwanzigtausend Mark – die Jungen schnitzen wie die Alten – oder ein Elektronik-Schlafzimmer – die Alten möchten schalten wie die Jungen – und einen Konturensessel. Das geht so:

„Der Schaumabguß wird nach vorheriger Terminabsprache mit dem Käufer in Schloß Haddenhausen vorgenommen. Fluggäste werden am Flughafen abgeholt. Damen werden gebeten, in möglichst engen Kleidern zum Maßnehmen zu kommen.“

„Dieser Konturensessel wird genau nach Maß gearbeitet.“

„Der Besitzer eines solchen Sessels kann aber mit Leichtigkeit“ (!) „zehn Kilogramm zu- oder abnehmen. Der Sessel paßt auch dann noch genauso gut.“

„Ganz hervorragend für lange Konferenzen, bequeme Abende am Kamin (Fernsehen) und für Bandscheibenmüde.“

„Dieser Sessel ist persönlichkeitsbezogen.“

„Es gibt also den Hierarchiesessel, den Vatersessel für den repräsentativen Platz.“