Die IBM verkauft nicht nur Großrechenanlagen, sie kann auch selber schnell rechnen. In Rekordzeit – um in der Computersprache zu sprechen, fast in real-time – hat die IBM Deutschland auch diesmal wieder den Bericht über das Geschäftsjahr 1968 vorgelegt.

Während sich die meisten anderen Unternehmen oft viele Monate lang Zeit lassen, ehe sie ihre Aktionäre und die Öffentlichkeit über den Erfolg des vergangenen Jahres unterrichten, wartete man in Sindelfingen nicht einmal das Ende des Monats Januar ab.

Es gibt allerdings auch keinen Grund, die Zahlen vor der Öffentlichkeit zu verstecken. IBM konnte 1968 den Gesamtumsatz um zwanzig Prozent auf 2,07 Milliarden Mark erhöhen. Die Zahl der Mitarbeiter stieg auf 17 710. Die Investitionen dagegen lagen mit 428 Millionen Mark niedriger als im Vorjahr (501 Millionen).

Über den Gewinn schweigt sich der größte Computerhersteller in der Bundesrepublik jedoch nach wie vor aus. Walter A. Bösenberg, Generaldirektor der deutschen Tochter des US-Konzerns, würde zwar auch den Gewinn bei einer allgemeinen Publizitätspflicht für Großunternehmen ohne Bedenken bekanntgeben, da man nach seiner Ansicht ganz unbefangen über Gewinne sprechen sollte – doch er tut es nicht. „Wir halten es für sinnvoller, daß die Gewinne nur im Rahmen des Gesamtkonzerns veröffentlicht werden.“

Nun, die amerikanische IBM gab für 1968 einen Umsatz von 6,888 Milliarden Dollar bekannt. Der Gewinn vor Steuern erreichte 1,864 Milliarden Dollar. Nachdem die Forderungen des Finanzamtes erfüllt waren, blieben dem Computergiganten noch 871 Millionen Dollar übrig. Nach Äußerungen von Bösenberg bemüht sich die deutsche IBM, sich hinsichtlich des Erfolgs im Rahmen des Gesamtkonzerns zu halten. Demnach müßte man in Sindelfingen vor Begleichung der Steuern einen Gewinn von rund 550 Millionen Mark verbucht haben. mj