Für den Hafen von Havanna kam wieder einmal ein großer Tag: Beladen mit Autoreifen, Ersatzteilen für landwirtschaftliche Maschinen, Radios, Fernsehapparaten und anderen in Kuba raren Dingen lief die „Baire“ in den Hafen ein. Der Frachter war nur eines von vielen Schiffen, die spanische Werften für Casto bauen – zum Ärger der Amerikaner.

Die wertvolle Fracht für die Jungfernreise, die gleichzeitig die Übergabefahrt war, hatte Jacques Hachuel organisiert. Hachuel dirigiert mit seiner Handelsgesellschaft CILASA den gesamten Handel zwischenEuropa und Kuba. Seine Agenten bereisen die europäischen Länder und kaufen und verkaufen auf allen Messen und Märkten.

Die wichtigsten Produkte der Kubaner sind Rum, Zucker, Tabakwaren, Fischdelikatessen, Dosengemüse, Marmorerzeugnisse und Schallplatten.

Die Hauptsorge der Londoner Niederlassung der kubanischen Außenhandelsgesellschaft „Cubanex“ gilt dagegen dem Zucker. Zehn Kubaner und 20 britische Angestellte steuern von London aus in Zusammenarbeit mit dem Castro-Intimus Hachuel Dutzende von Schiffsladungen wöchentlich nach Havanna.

Da sich noch manche NATO-Länder scheuen – darunter die Bundesrepublik –, das amerikanische Kuba-Embargo zu durchlöchern, bezieht Kuba seine Waren (meist Medikamente und Maschinen) aus diesen Ländern über geschickt getarnte Dreiecks-Geschäfte, bei denen Spanien als Drehscheibe die größte Rolle spielt. Kuba, ist Spaniens bester lateinamerikanischer Kunde und Lieferant.

In letzter Zeit aber hat sich Japan als Kubas bester Exporthelfer entpuppt. Gegen 400 000 Tonnen Zucker lieferte es Maschinen und Massenverbrauchsgüter im Werte von mehreren Millionen Dollar.

Trotz des westdeutschen Bruches mit Kuba im Jahre 1963 und der peinlichen Einhaltung der von Washington erlassenen Embargo-Richtlinien versteht es Mato Medjeral, ein Argentinier jugoslawischer Abstammung, den kubanischbundesdeutschen Handel erheblich auszuweiten. Fast acht Millionen Dollar erreichen die kubanischen Einfuhren aus der Bundesrepublik im Jahr.