Bundesverkehrsminister Georg Leber wird am 27. Februar in der Stadthalle von Bad Godesberg die Startflagge zur größten Verkehrserziehungsaktion heben, die jemals in der Bundesrepublik stattfand. Bisher waren ähnliche Bemühungen wie „Defensiv fahren“, „Besser fahren“ und „Nummer Sicher“ regional beschränkt und wurden von einzelnen Verbänden veranstaltet. An der neuen Aktion dagegen sind nicht nur die Automobilklubs und die Verkehrswachten, sondern auch die Polizei, die Bahn, die Post, die Bundeswehr, die Schulen, Kirchen, Versicherungen, Gewerkschaften, überhaupt alle am Verkehr stark interessierten Verbände beteiligt.

Zum erstenmal ist es dem Kuratorium „Wir und die Straße“ gelungen, alle diese Verbände an einen Tisch zu bringen und sie an einer Aktion zu beteiligen, die ebenfalls erstmals in der gesamten Bundesrepublik im Zeitraum zwischen dem 1. März und dem 30. April abläuft.

Verkehrsfachleute gehen davon aus, daß die meisten Unfälle nicht von „Verkehrsrowdys“ verschuldet werden, deren Zahl in Wirklichkeit sehr gering ist, sondern sich aus mangelndem Einfühlungsvermögen in das Verkehrsverhalten eines anderen Kraftfahrers und falschen Denkabläufen ergeben. Sie entstehen aus der Kontaktarmut, die auf unseren Straßen herrscht.

„Deutlich fahren“ soll die Devise sein. Das bedeutet: Man soll sich eindeutig, zielklar und für den Nebenmann im Verkehr leicht erkennbar bewegen. Viele Karambolagen entstehen allein daraus, daß ein Autofahrer nicht weiß, was der andere beabsichtigt.

Das verkehrspädagogische Großunternehmen wird sich durch rote Plakate mit gelben Richtungszeichen auf schwarzem Straßengrund und Hinweistafeln auf Autobahnen ankündigen.

EHO