Als Konteradmiral a. D. Helmut Neuss, bis Ende März 1968 Befehlshaber im Wehrbereich I und deutscher Bevollmächtigter im NATO-Nordbereich, mit dem Näherrücken der Pensionsgrenze sich in der deutschen Wirtschaft nach einem neuen Job umzusehen begann, wurde er zwar überall freundlich aufgenommen und weitergereicht. Zu einem ernsthaften, ihn ausfüllenden Angebot, so sagte Neuss, hat es jedoch nirgends gelangt.

Anders stand es bei der amerikanischen Brokerfirma Bache & Co., die bereit war, ihn einzustellen unter der Bedingung, daß er die von der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC vorgeschriebene Ausbildung absolvieren und ihre Prüfungen bestehen würde. So setzte sich Neuss in den USA mit jungen Leuten auf die Schulbank und bestand die geforderten Examina. Kein Zweifel, wer so viel Energie aufbringt, bei dem werden auch geschäftliche Erfolge nicht ausbleiben.

Deutsche Firmen müßten daraus die Lehre ziehen. Bei hohen Militärs – sie werden immerhin schon mit 60 Jahren pensioniert – sollten sie nicht fragen: „Was hast du gelernt?“ sondern ebenso wie die Amerikaner: „Was hast du geleistet?“ Generale und Admirale sind auf ihrem Gebiet Manager. Warum sollten sie es nicht auch in der privaten Wirtschaft sein können? Natürlich müssen sie bereit sein, auch im Alter noch etwas hinzuzulernen – und sich einzuordnen. kw