DIE ZEIT

Maos rote Mongolen

Der russische Poet Jewtuschenko versteht kein Deutsch.......................................................................

Blick in die Zukunft

Jährlich überschreiten etwa 270 000 junge Deutsche und Franzosen die Grenzen zum Nachbarland – und für diese Begegnungen werden in beiden Ländern rund 40 Millionen Mark ausgegeben.

Nixons Vietnam-Kreuz

In Vietnam befindet sich Richard Nixon in der gleichen Sackgasse. Lyndon Johnson vor einen! Jahr. Die Verhandlungen in Paris bewegen sich nicht vom Fleck; positiv ist lediglich, daß sie noch nicht abgebrochen worden sind.

Debakel in Pakistan

Auf den ersten Blick erinnern die jüngsten Berichte aus Pakistan an jenen Tag vor mehr als zehn Jahren, an dem Ayub Khan die Macht übernahm.

Fallgrube oder Chance für Europa?

Noch wird im Westen gerätselt. War der Budapester Appell des Warschauer Paktes als Ouvertüre einer neuen Entspannungsphase gedacht? Oder sollte er nur dazu dienen, den Westen die Vergewaltigung der Tschechoslowakei vergessen zu machen? Oder wurde der Vorschlag für eine gesamteuropäische Sicherheitskonferenz, ein alter Ladenhüter der kommunistischen Diplomatie, aus reiner Verlegenheit wieder hervorgeholt, weil sich die Paktmitglieder über aktuellere Probleme nicht zu einigen vermochten? Auch in Bonn ist die Debatte entbrannt.

ZEITSPIEGEL

In der Bundestagsdebatte über den Etat des Auswärtigen Amtes hat Bundesaußenminister Willy Brandt die Botschafter Schnippenkötter und Grewe entlastet.

Eine Frau wie aus Granit

Als die Scheinwerfer aufflammten und der Photograph auf den Auslöser seiner Kamera drückte, war die Frau wie verwandelt. Mit einem Schlag schwand das Lächeln aus dem Gesicht, die fröhlichen Augen blickten starr geradeaus, die Falten zogen sich in tiefen Furchen an der kräftigen Nase entlang.

Die Operetten-Helden von Anguilla

Anguilla, ae, femi; der Aal – so steht es in besseren lateinischen Wörterbüchern zu lesen, und wenn man sich fragt, warum die weltweit erfahrene Diplomatie Großbritanniens den Fall der gleichnamigen karibischen Insel nicht in den Griff bekommen hat, so bietet die sprichwörtliche Schlüpfrigkeit dieses Tieres nahezu die einzige Erklärung.

Gesucht: Der moderne Offizier

Der Rechenschaftsbericht des Wehrbeauftragten des Bundestages, Matthias Hoogen, für das Jahr 1968 war diesmal fast ganz der systematischen Behandlung einer Frage gewidmet: der "Inneren Führung".

Noch regieren Prags Reformer

Fremde riefen es einander zu und umarmten sich. Autofahrer schrieben es auf ihre verschmutzten Windschutzscheiben. Sie kreisten mit ohrenbetäubendem Hupkonzert um den Wenzelsplatz, während Scharen von jungen Leuten zusammenströmten, Nationalfahnen entrollten und in jubelnde Sprechchöre ausbrachen: die Tschechoslowakei hatte die Sowjetunion besiegt.

Wolfgang Ebert:: Eis-Taktik

"Die Ursachen unserer Niederlage liegen tiefer", meinte General Rimskij-Korsakow. "Da wurden schwerwiegende ideologische Fehler begangen.

Ist die Bürokratie wirklich an allem schuld?

Das Verlangen nach Mitbestimmung" hieß die Gruppe, die von Dahrendorf auf brillante Weise eingeleitet wurde. Mitbestimmung nicht nur in dem eng begrenzten Sinne der Montanunion, sondern Mitbestimmung am politischen Prozeß, im wirtschaftlichen und kulturellen Leben, in Universität und Schule.

Widersprüche um Berlin

Die Wahl des Bundespräsidenten in Westberlin habe in der polnischen Öffentlichkeit ein "gesteigertes Interesse für deutsche Angelegenheiten" geweckt, schreibt die in Breslau (Wroclaw) erscheinende Zeitung Slowo Polskie.

Verzicht auf den Bannstrahl?

Das Für und Wider eines Verbotsantrages gegen die NPD droht zu einem müßigen Sandkastenspiel zu werden. Schon im September letzten Jahres hatte eine Zeitungsmeldung die Diskussion über Bundesinnenminister Ben das Erwägungen in Gang gebracht, dem Kabinett einen solchen Antrag zu empfehlen.

Franco läßt locker

Man mag dem Generalissimus Franco nachsagen, was man will – eines hat ihm noch niemand absprechen können: Schlauheit. So hat denn der spanische Diktator, dessen Stärke immer mehr die Taktik als die Strategie war, beizeiten das Pendel wieder ein wenig nach links schlagen lassen, das seine Militärs im Januar mit grober Hand weit nach rechts gerückt hätten.

Kontrast-Kanzler Schröder

Umgeben von seinem Gefolge erschien Kurt Georg Kiesinger. Die Getreuen der CDU feierten ihren Kanzler, die APO schrie sich die Kehlen heiß: "Nazi-Kiesinger, Nazi-Kiesinger" und "Sieg Heil, Sieg Heil".

Furcht vor der Superbombe

Mit den Hearings vor mehreren Ausschüssen des amerikanischen Senats über das von Präsident Nixon vorgeschlagene Anti-Raketensystem (ABM) ist zum erstenmal die Frage nach dem Nutzen immer kostspieligerer und komplizierterer Waffensysteme aufgeworfen worden.

Aufwertung für den Bundesrat

Der bisherige Präsident des Industrie- und Handelstages, Schneider, hat bei der Einführung seines Nachfolgers, Otto Wolfvon Amerongen, einen Vorschlag unterbreitet, wie die Gesetzgebung der Länder koordiniert werden sollte.

Ein Angelsachse aus Schwaben

Wenn – was nicht bekannt ist – der Jurist Gustav Heinemann und der Jurist Richard Schmid sich je begegnet sind, so haben sie sich gewiß auf Anhieb verstanden.

Schwaches Echo auf Budapest

Der Vorschlag einer europäischen Sicherheitskonferenz, den die sieben Staaten des Warschauer Pakts vorige Woche auf einem Gipfeltreffen formulierten, ist in Bonn nicht immer einhellig, im ganzen aber reserviert aufgenommen worden.

Affront gegen Moskau

Die KP-Weltkonferenz ist noch einmal verschoben – und nun endgültig für den 5. Juni in Moskau anberaumt worden. Der Aufschub wurde nötig, nachdem sich die 67 Parteien der Vorbereitungskommission vorige Woche nicht über das wichtigste Konferenzdokument hatten verständigen können.

Kein Test für Bonn

Die Kommunalwahl, die wegen einer Gebietsreform in mehreren Kreisen und Gemeinden Nordrhein-Westfalens vom 1. Januar 1970 auf das vorige Wochenende vorgezogen wurde, ist in Bonn nicht als Zwischentest für die Bundestagswahl verstanden worden.

Genf: Stockender Dialog

Der Dialog zwischen den beiden Supermächten – der Sowjetunion und den USA unter ihrem neuen Präsidenten Nixon – kommt nur stockend in Gang.

Dokumente der ZEIT

Die stärkste Absicherung gegen einen möglichen Mißbrauch der Macht ist der feste Wille der Partner der Großen Koalition, diese nur auf Zeit, also bis zum Ende dieser Legislaturperiode, fortzuführen.

Nixon gab grünes Licht

Nach der Entwicklung über den Bau eines modifizierten ABM-Systems – Voraussetzung für den strategischen Dialog mit der Sowjetunion – beschäftigte sich Präsident Nixon am Wochenende mit zwei anderen Zentralproblemen, die er noch von seinem Vorgänger Johnson übernommen hatte: Nahost und Vietnam.

"Mit Klauen und Zähnen"

Bundeshaushalt und Finanzverfassungsreform, Wahlrechtsänderung und NPD-Verbot, das waren die innenpolitischen Streitpunkte, an denen sich vorige Woche in Bonn die Geister schieden.

Ayub Khan trat ab

Staatspräsident Ayub Khan hat am Dienstag das Kriegsrecht über Pakistan Dienstag und die Macht an den Oberbefehlshaber der Armee, General Yahya Khan, übergeben.

Zankapfel Mongolei

Peking versucht, die Bevölkerung der Äußeren Mongolei anzustacheln, sich vom Joch des sowjetischen "Kolonialismus" zu befreien, und Moskau hatte seinerseits, nach ähnlich provokatorischen Propagandaaktionen, sein Augenmerk eine Zeitlang auf die Innere Mongolei, ehe Provinz Chinas, gerichtet.

Kein Krieg in Sibirien

General André Beaufre, einer der bedeutendsten französischen strategischen Analytiker, sieht in dem Zwischenfall am Ussuri nicht den Beginn eines großen militärischen Konflikts zwischen Sowjets und Chinesen.

Nochmals – die Affäre Scholl

Karl Heinz Jahnke (Jahrgang 1934) ist Dozent am Historischen Institut der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Sein kleines Werk hat es in sich: Es deckt die politische Substanz der Flugblätter der Weißen Rose auf und zeigt deren Ausstrahlung, die sich von München nach Hamburg, vom Saargebiet nach Ostpreußen erstreckte.

Weltbild aus Weltschmerz

Ein Buch zum Stöbern, keines zum beharrlichen Lesen. Hundertzwanzig Zeitungs- und Zeitschriftenaufsätze eines politisch heftig engagierten Publizisten, geschrieben in den beiden letzten Jahrzehnten, unterschiedlich in der Thematik, in der Zielsetzung, im journalistischen Anspruch, unterschiedlich auch im Gelingen – wer wird die Muße aufbringen, sich von solchen Zeugnissen schnell enteilter Vergangenheit noch einmal Zeitgeschehen vergegenwärtigen zu lassen? Im Untertitel "Zeitgeschichte und andere Unannehmlichkeiten" versucht der Autor, den Schalk und den Skeptizismus anzudeuten, mit dem der Stoff angegangen worden sei.

Soll man Peking anerkennen?

Das gegenwärtige fieberhafte Bemühen der Sowjets, Peking in der westlichen Welt (Japan einschließlich) diplomatisch zu isolieren, hat nicht zuletzt seinen Grund darin, daß die Anerkennung der Volksrepublik China in letzter Zeit wieder zur Debatte stand.

Keine Träne für Bismarcks Reich

Am Donnerstag dieser Woche wurde Karl Buchheim achtzig Jahre alt. Bis 1934 hatte er im Schuldienst als Geschichtslehrer gewirkt, sich dann in den Ruhestand versetzen lassen, und erst 1945 wurde er in Leipzig als schon 56jähriger habilitiert.

Günter Grass an der SPD-Front

Günter Grass hat ein Verhältnis mit der SPD, das aus dem Stadium des Flirts längst herausgewachsen ist. Nach vier Jahren der Bekanntschaft ist die Partei heute bei ihm längst in festen Händen.

Wie frei ist der Staatsanwalt?

Die Ehefrauen waren gar nicht begeistert. Ein Wochenende nach dem anderen mußten sie auf ihre Männer verzichten und sich damit trösten, daß die Freizeit zum Wohle der Rechtsstaatlichkeit geopfert wurde.

Aus der DDR: Sandmännchens Wachtparade

Das Eckfenster und der Mann dahinter standen einst im Baedeker. Mittags, wenn die Wache zum Schloß zog, erschien Wilhelm I. hinter der Fensterscheibe, draußen marschierte mit klingendem Spiel die Gardekompanie vom Brandenburger Tor Unter den Linden herauf.

Zwischen Strip und Streife

Stimmt das, daß ihr euch jetzt schon auszieht?" fragte einer neugierig die 27jährige Münchner Politesse Irmela Eimer am "Tag der offenen Tür".

Pornographischer Picasso

Statt der bestellten Kunstkataloge brachte der Postbote eine Vorladung der Polizei. Die als Kronhausen Book bekanntgewordene Anthologie, in der das deutsch-amerikanische Psychologen-Ehepaar Eberhard und Phyllis Kronhausen 96 Abbildungen der ars amandi veröffentlicht hat, ruhte derweil auf dem Schreibtisch des Dortmunder Staatsanwalts Heinz-Reinhold Rebbert.

Aufstand der "Hosenmätze"

Die "empfindliche Störung der Arbeit der Schule" war hektographiert, hatte DIN-A 4-Format und zog Sanktionen nach sich. Zwei Schüler des Lüneburger Johanneums sollten das Verteilen eines Flugblattes mit der Relegation kurz vor dem Abitur bezahlen.

Knudsens Abgang

Sehr geehrter Herr Kollege", schrieb der Kieler Ministerpräsident Helmut Lemke am 20 März an seinen Wirtschaftsminister und Parteifreund Knud Knudsen und machte ihm klar, daß er nur unter zwei Auflagen weiter amtieren könne.

Das "irre" Spiel des Schülers Helmut

Kultusminister Fritz Holthoff, leidenschaftlicher Kämpfer für die Schülermitverwaltung, die er per Erlaß und gegen heftige Widerstände von Lehrern und CDU-Landtagsabgeordneten durchsetzte, war schon in den Osterurlaub abgereist, als im Düsseldorfer Norden an einem Gymnasium der Schüleraufstand geprobt wurde.

"Ein Richter ist ein Hampelmann"

Aus der ambitionierten Revolte der Studenten ist mittlerweile langweilige Routine geworden: Drei- bis viermal pro Woche steht Hamburgs APO vor Gericht.

Die Soldaten eroberten das Nationaltheater

Der Begriff ist inzwischen von Komponisten, Politikern und Theologen arg strapaziert worden, gleichviel: das Schlüsselwort zu Bernd Alois Zimmermanns Oper "Die Soldaten" heißt "Pluralismus".

Guten Tag, Staatsrundfunk

Die Rundfunkanstalten mehr unter Kontrolle zu nehmen, als bisher erlaubt ist, scheint ein Langzeitprojekt der Länder zu sein, das sie niemals aus den Augen verlieren.

Oper für das Publikum von morgen

GÜNTHER RENNERT: Ich glaube, daß dieses Stück von Zimmermann eine Qualität besitzt auch in dieser – wie Sie meinen – revidierten Form.

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