Baby raucht mit

Werdende Mütter sollen nicht rauchen. Diese Forderung vieler Ärzte kann jetzt mit Nachdruck erhoben werden, weil Dr. Marlis Adamsons und seine Mitarbeiter an der Columbia-Universität in New York im Tierversuch nachgewiesen haben, daß Nikotin im Blutstrom trächtiger Rhesusäffinnen den Herzschlag, den Blutdruck, die Sauerstoffversorgung und Säurebalance des Embryos deutlich verändert. Es ist demnach wahrscheinlich, daß Babys von Müttern, die während der Schwangerschaft geraucht haben, aus diesem Grunde unterentwickelt und möglicherweise krank oder für Krankheiten besonders anfällig zur Welt kommen. Statistische Untersuchungen haben schon früher gezeigt, daß rauchende Schwangere häufiger als nichtrauchende Fehlgeburten oder Frühgeburten haben und daß das Geburtsgewicht von Kindern, deren Mütter dem Tabakgenuß frönen, signifikant unter dem der Neugeborenen nicht rauchender Frauen liegt. Die Gynäkologen der Columbia-Universität hatten die Rhesusembryos mit Meßinstrumenten für Herz-, Lungen- und Magentätigkeit versehen und den Affenmüttern Nikotindosen injiziert, die etwa der Menge entsprachen, die eine Frau mit 20 Zigaretten pro Tag einnimmt. Den Weg des Nikotins konnten die Wissenschaftler verfolgen, weil es mit radioaktiven Isotopen markiert worden war. In wenigen Minuten hatten die kleinen Nikotinmoleküle schon die Plazentabarriere überwunden, und das Gift war bis zu acht Stunden nach der Injektion im Körper des Embryos nachweisbar. Die Wirkung: Ein deutlich dämpfender Effekt auf das sympathische Nervensystem, niedriger Blutdruck, verlangsamter Puls, zuviel Säure in Blut und Magen.

Proceedings of the Society for Gynecologic Investigation

Wegen Schizophrenie kein Traurhbedarf

Der wegen seiner eindrucksvollen Ergebnisse auf dem Gebiet der experimentellen Schlafforschung berühmt gewordene Psychiater William Dement von der Stanford University in Kalifornien hält es für möglich, daß bei Schizophrenen während des Wachens derselbe Mechanismus im Gehirn aktiv ist, der bei gesunden Menschen im Schlaf das Träumen hervorruft. Indiz für diesen Verdacht: Wenn man normalen Menschen oder Tieren den an heftigen Augenbewegungen erkennbaren Traumschlaf entzieht, indem man das Versuchssubjekt jedesmal sofort weckt, sobald das Träumen einsetzt, holt es bei der nächsten Gelegenheit sein Traumpensum nach. Nicht so Schizophrene; diese Kranken reagieren, wie Dement experimentell zeigen konnte, auf Traumentzug nicht mit dem Bedürfnis, den Traumschlaf nachzuholen. Offenbar ist es nicht nötig, weil Schizophrene ohnehin genug, nämlich auch während des Wachens träumen, was ihre Halluzinationen erklärt. Bei Katzen hat Dement mit einem Stoff, der die Synthese des Serotonins im Organismus blockiert, Taghalluzinationen hervorgerufen, und die so behandelten Tiere ließen ebenfalls keinen Nachholbedarf für entzogenen Traumschlaf erkennen. Dement stützt mit diesen Versuchsergebnissen die Theorie, nach der ein Mechanismus, an dem Serotonin beteiligt ist, sowohl das normale motivationsgesteuerte Tagesverhalten als auch die Traumperioden während des Schlafens anregt. Nach der Theorie ist dieses biochemische System bei Schizophrenen gestört.

Stanford M. D., Vol. 8, No. 1; S. 2

Leiden unter Infraschall