Von R. Kühnl, R. Rilling und Ch. Sager

Eine Ordnung, wie die NPD sie erstrebt, muß die Autorität in allen Bereichen durchsetzen und sich zugleich der nationalen Tradition und der bäuerlich-kleingewerblichen Lebensform verbunden fühlen. Wie einst die NSDAP, so macht sich die NPD zum Sprecher des "gesund fühlenden Volkes": "Gesund ist, wer noch Kraft zu Innerlichkeit, romantischem Empfinden und mystischer Steigerung aufbringt, unabhängig von den sogenannten ,pluralistischen‘ Tendenzen bindungsloser, in Nihilismus sich verlierender Rationalisten." Die NSDAP formulierte: "Darum verneinen wir den Intellekt, darum stützen wir uns so stark auf die Werte des Gefühls, als deren Grund wir die Werte des Blutes erkannt haben." Gegen die "Werte des Liberalismus, des Materialismus, der Ratio" stellte man "die Revolution der Seele‘, als deren Träger wir Nationalsozialisten uns fühlen."

Vor allem auf vier Themen hat die NPD dabei ihre Aufmerksamkeit konzentriert:

Erstens: Die NSDAP erklärte die Bauern zum "Hauptträger volklicher Erbgesundheit, dem Jungbrunnen des Volkes und dem Rückgrat der Wehrkraft". Die NPD proklamiert: "Der Bauer muß als typenbildende Kraft in der modernen Industriegesellschaft erhalten bleiben." Aber wie sehen die Bauern der Gegenwart aus? "In ihrem vollmechanisierten Dasein haben sie die Verbindung mit dem Ursprünglichen eingebüßt, den Kontakt zu Pflanze, Tier und Lebendigem verloren. Jedoch aller Triumph der Technik gibt ihnen nicht die innere Befriedigung. – Die heimlichen Gleise unseres Lebens führen uns doch irgendwann einmal zum Ursprung – bewußt oder unbewußt... (Es ist) ja längst nicht mehr jenes selbstbewußte, gesunde Bauerntum, das jahrhundertelang Ernährer und Mehrer des Volkes war und dessen Gesittung und Lebensgestaltung wesensbestimmend waren für unser ganzes Volk. Einst war bäuerliche Lebensart Urgrund und Nährboden für die deutsche Kultur schlechthin.

Im bäuerlichen Brauchtum offenbarte sich die deutsche Seele ... der ganze bäuerliche Lebenskreis war eine Einheit, geprägt von ihrer aller Mutter, der göttlichen Natur. Wer darum die deutsche Seele töten wollte, wer das deutsche Volk in seinem Wesenskern treffen wollte, der mußte dieses Bauerntum vernichten! Und dieses Ziel haben die Feinde unseres Volkes unbeirrt und brutal verfolgt, unterstützt von kurzsichtigen oder ihnen hörigen Elementen unseres eigenen Volkes! Bedroht ist nun die wirtschaftliche Lebensgrundlage für ein gesundes Bauerntum, ausgeblutet sind seine Familien."

Zweitens: Die väterliche Autorität herrsche patriarchalisch über die Familie, die Frau finde ihre schönste Erfüllung, indem sie sich dem Haushalt und der Familie widmet: "Von allen europäischen Völkern ist die Familie in Deutschland und den anderen Staaten der germanischen Völkerfamilie am stärksten von der allgemeinen Auflösung und Zersetzung bedroht. Der allgemeine nivellierende Hang zur Ablehnung jeder Autorität ist auch dem Begriff des Familienoberhauptes abträglich." "Ein Lob den jungen Frauen, die in der Familie ihr ganzes Glück und ihren Lebenszweck finden." "Wenn mit der Gleichberechtigung der Frau die Entrechtung des Mannes, besonders in seiner Vaterrolle, verbunden wird, muß das zwangsläufig Ordnung und Autorität der Familie auflösen und damit die Keimzelle des Volkes zersetzen."

Wenn die Deutschen Nachrichten über das Wesen der Geschlechter philosophieren, so fließen alle Vorurteile zusammen, die in der konservativen Ideologie seit dem 19. Jahrhundert tradiert und trotz der Resultate psychologischer und sozialwissenschaftlicher Forschungen nicht preisgegeben wurden. Die NPD weiß, "daß das Wirken der Frau nicht nur im engsten Gemeinwesen, in der Familie, notwendig und fruchtbringend ist, sondern daß sie auch in der Öffentlichkeitsarbeit der ruhende, wärmende Pol und ausgleichende Faktor sein könnte und sollte. Wo der Mann naturnotwendig neue Wege sucht und bahnt, das – Element der Gefahr in sich tragend und um sich verbreitend, um seines Zieles willen andere verwundend und selbst den scharfen Waffen seiner Widersacher preisgegeben, um eines größeren Gemeinwesens willen, sollte die Frau an seiner Seite nicht fehlen, die ihn liebend und bewahrend abschirmt, Wunden pflegt und heilt."