Von Ernst Rudolf

Irland, im März

Individualisten lieben Irland. Sie wollen dort nicht in der Sonne braunen, sondern am eigenen Torfkamin braten. Sie brauchen dazu einen Schuß Pioniergeist und relativ wenig Geld.

Die Haus- und Grundstückspreise in Irland sind – im Vergleich zu jenen in der Bundesrepublik – niedrig. Im Süden und Südwesten der Insel freilich, wo das Klima am lieblichsten ist, haben die Preise bereits eine steigende Tendenz. Besonders um die Gegend von Cork, Kinsale und Bantry zieht sich das Netz der Makler immer dichter zusammen.

Nicht viel weiter nördlich aber, zum Beispiel in der Grafschaft Kerry, sind kleine, renovierungsbedürftige Häuser günstig zu erwerben. Mit einigem Geschick kann es dort gelingen, ein fünfzig Jahre altes, zweistöckiges Haus mit zwei Kaminen und einem Schieferdach für 10 000 Mark zu bekommen.

Das Wasser muß allerdings meist vom Felde nebenan geholt werden. Anschlüsse an das Elektrizitätsnetz sind aber entweder bereits vorhanden, oder sie sind für wenig Geld zu beschaffen, weil der Strom nicht weither geholt werden muß.

Häuser dieser Art werden hier meist – bis zum Verkauf – als Kuhställe und Heustadel verwendet. Je älter Sie sind, desto kleiner und billiger sind sie. Aber der Interessent muß, neben dem Kaufpreis, Renovierungskosten einkalkulieren. Manche Wände sind nämlich so feucht, daß sie neu errichtet werden müssen. Die Dächer sind durchschnittlich alle zwei Jahre neu zu decken – und zwar nicht mit Stroh, sondern mit einem bestimmten einheimischen Riedgras.