Eine "gemeinnützige Einrichtung für Kindererholung", der Jugendfahrtendienst, muß es wissen: "Der moderne Alltag mit seinen zahlreichen physischen und psychischen Belastungen geht auch an den Kindern nicht spurlos vorüber."

Es ist also nur recht und billig, auch den Kleinen eine der gängigsten Arzneien unserer Zeit zu verordnen: Urlaub machen, verreisen.

Früher hieß das: "Die Kinder werden verschickt." Heute muß man es wohl Kindertourismus nennen. Für Frühjahr und Sommer hat der Fahrtendienst einen umfangreichen Prospekt für Kinder zwischen acht und fünfzehn Jahren herausgebracht. Die Reisen sind jeweils für bestimmte Altersgruppen ausgeschrieben. Die meisten Zielorte liegen in Deutschland, aber auch England, Österreich und Holland sind im Programm.

Wenn die Eltern nicht genug Geld haben, verspricht der Fahrtendienst, sich um Beihilfe zu bemühen. Die Landkreise und Städte, die grundsätzlich Zuschüsse geben, sind aufgeführt. Am meisten geben Hattingen und Bonn.