Bremen Bis zum 13. April, Kunsthalle: "Von Delacroix bis Maillol"

300 Blätter, eine Auswahl aus dem eigenen Bestand, kein anderes deutsches Museum könnte die französische Zeichnung des 19. Jahrhunderts so umfassend dokumentieren. Seit der Delacroix-Ausstellung 1964 wurden allein von Delacroix 130 Zeichnungen und Aquarelle dazuerworben (100 Blätter aus der Sammlung Riesener). Einige Spitzenblätter, darunter Millet, Guys, Signac, ein Manet-Aquarell sind kürzlich als Vermächtnis aus der Sammlung Alfred Walter Heymel in die Kunsthalle gekommen. Heymel, ein literarischer Star der Jahrhundertwende, der seine Millionen in Kunst und ein Leben in Schönheit investierte, der die "Insel" gründete, ein glänzender und exzentrischer Sammler – seinem Andenken hat Günter Busch die Ausstellung und einen Essay im Katalog gewidmet.

Düsseldorf Bis zum 13. April, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen: "Pierre Alechinsky"

Er hatte der Gruppe Cobra angehört, damit war Alechinsky ein für allemal eingeordnet, festgelegt, obgleich Cobra schon 1951 aufgehört hatte zu existieren. Bis in die frühen 60er Jahre hatte Alechinsky vom Nimbus der Gruppe gelebt, ein abstrakter Expressionist, nicht ganz so vital wie Appel, aber auf der gleichen Wellenlänge. Und dann ist ihm, bevor seine Malerei sich in endloser Repetition totlief, endlich gelungen, was die wenigsten geschafft haben, die in den 50er Jahren groß waren. Er ist seiner Vergangenheit davongelaufen. Die neuen Bilder sind bei weitem besser als alles, was Alechinsky früher gemacht hat. Die ersten Arbeiten in der Düsseldorfer Ausstellung, wie "La Dynamique de Groupe" von 1964, sind noch in der alten, schwer zu ertragenden Cobra-Manier. Mit "Central Park" 1965 beginnt die neue Phase. Eine Art von combined painting, aber nicht im Sinne Rauschenbergs, Alechinsky hat eine vollkommen eigene Lösung gefunden, eine Kombination von Malerei und Zeichnung. In der Mitte ein starkfarbiges Gemälde, das von einer Doppelreihe kleinteiliger Zeichnungen eingerahmt wird, und diese gezeichneten Miniaturen variieren das zentrale Thema. Landschaftliche, figurative und phantastische Szenen Sätzen sich zu einer kalligraphisch gezeichneten Rahmenerzählung zusammen, eine unheimliche, manchmal komische, aber immer dramatische Geschichte, dieauf einer mehr formalen als inhaltlichen Logik basiert.

Weiterhin im Programm:

Darmstadt Bis zum 10. Juni, Mathildenhöhe "Henry Moore"

Das Gesamtwerk, Skulpturen und Zeichnungen, vom Skizzenbuch 1922/24 bis zur großen zweigeteilten Liegenden Nr. 9, mit wichtigen Beispielen aus allen Epochen. Die Jubiläumsausstellung, die seit dem vorigen Sommer durch Deutschland wandert, hat in Darmstadt ihre letzte Station erreicht.