Fette Ostereier hat die EWG-Kommission Deutschlands Sozialhilfeempfängern zugedacht. Seit Ende März dürfen sie sich bei den Fürsorgeämtern Gutscheine im Wert von 1,30 Mark abholen. Alle zwei Wochen können sie einen davon bei ihrem Einzelhändler in Zahlung geben, wenn sie ein halbes Pfund Butter kaufen. In bar brauchen sie dann nur den Rest des Ladenpreises – etwa 60 Pfennig – auf den Tresen zu legen.

Experten schätzen, daß mittels dieser Sozialaktion ganze 12 000 Tonnen vom Butterberg abgeschmolzen werden können, der in der Bundesrepublik zur Zeit nahezu 90 000 Tonnen hoch ist. Aber damit nicht genug. Auch Kinderheim-, Altersheim- und Krankenhausinsassen dürfen verbilligte Butter essen – sofern sie es zusätzlich tun. Die normalerweise – zu normalen Preisen – bezogene Buttermenge darf dabei nicht gekürzt werden.

Nichts gegen soziale Aktionen. Aber gerade bedürftige Menschen möchten oft schamhaft ihre Not verbergen und sie nicht dem Einzelhändler offen auf den Ladentisch legen. Sinnvoller wäre es, die Butter für alle Verbraucher zu verbilligen – aber ohne daß, zum Ausgleich, sofort wieder der Käse teurer wird. izh