Das amerikanische Volk, Könige, Staatsmänner und Politiker aus mehr als. 90 Ländern haben am Montag in Washington Abschied von Dwight D. Eisenhower genommen. Der 34. Präsident der Vereinigten Staaten (1952 Ms 1960), im Zweiten Weltkrieg alliierter Oberbefehlshaber in Deutschland, später der erste Oberbefehlshaber der NATO, war am vorigen Freitag im Walter Reed Krankenhaus an Herzschwäche gestorben. Seine letzte Ruhe findet er in seiner Heimatstadt Abilene im Staate Kansas.

Vor sechzehn Jahren hatte das. Herz. Eisenhowers zum erstenmal zu versagen gedroht. Danach erlitt der zähe Mann mit dem breiten Lächeln siebenmal einen Herzinfarkt, mehrmals mußte er sich Operationen unterziehen. Nach dem letzten Eingriff am 23. Februar kam als Komplikation eine Lungenentzündung hinzu. Der ohnehin geschwächte Patient sprach zuletzt nicht einmal mehr auf Herzmittel an. Sein Ende war sanft und friedlich.

Am Totenamt in der Washingtoner Kathedrale nahmen außer dem Präsidenten Nixon, der "Ike" acht Jahre lang als Vizepräsident gedient hatte, und der Spitzengarnitur amerikanischer Politiker der französische Staatspräsident de Gaulle, Bundeskanzler Kiesinger, die Sowjetmarschälle und früheren Kriegskameraden Tschuikow und Konjew teil. Außerdem: der stellvertretende sowjetische Außenminister Kusnezow, König Baudouin von Belgien, der Schah von Persien, der südvietnamesische Vizepräsident Ky, NATO Generalsekretär Brosio. Seit der Beisetzung des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy vor sechs Jahren war es die größte Totenfeier, die Washington erlebte. Zehntausende zogen am Sarg des über alle Parteigrenzen verehrten "Vaters des Vaterlandes" vorbei, der in der Kathedrale aufgebahrt war, bevor er ins Kapitol übergeführt wurde. Nixon, der den Toten als "einen der Giganten unserer Zeit und einen echten Helden" pries, traf am Rande der Beisetzungsfeierlichkeiten auch mit de Gaulle und Kiesinger zu politischen Gesprächen zusammen. Für fünf Tage hat der Präsident alle seine Verpflichtungen abgesagt. Dreißig Tage lang sollen die Flaggen über Amerika auf Halbmast wehen.