Von Hermann Bohle

Gaston Lecomte, 33, Verkehrspolizist in Paris, ließ den weißen Dirigentenstab fallen und brach zusammen. Nach knapp zwei Stunden Dienst auf der Place de l’Opera, einem der verkehrsreichsten Plätze der Seine-Stadt> hatten die Abgase Tausender von Autos in sengender Juli-, Hitze Kreislauf und Hirn verpestet.

Normalerweise halten die Polizisten hier volle zwei Stunden aus. Dann werden sie abgelöst, weil ein längerer Aufenthalt nicht zumutbar ist.

Groß-Paris, mit jetzt schon 9,5 Millionen Einwohnern und zwei Millionen Kraftfahrzeugen, stöhnt im Sommer unter einer stinkenden Dunstglocke, die Autos und Industrien verursachen – wie die meisten großen Städte der Welt. Fachleute nennen das Problem "Umweltbelästigung"; der Lärm gehört dazu.

Die amerikanische "Rand Corporation", eine "Ideenfabrik" stellte in einer Vorausschätzung fest, die in der Fachwelt für ziemlich zuverlässig gehalten wird, daß Amerikas Städte noch vor dem Ende dieses Jahrhunderts besser riechen könnten: Bis dahin soll das "Elektromobil" die Wagen mit Vergasermotor ersetzen; neue Erfindungen würden auch die Probleme der Luftverschmutzung und des Lärms lösen.

Nun soll auch Gaston Lecomte Hoffnung schöpfen dürfen. Ein von der EWG-Kommission eingesetzter Ausschuß hat die Beseitigung der Luftverpestung auf das Programm geschrieben, mit dem Europa die vielbeschworene "technologische Lücke" gegenüber Amerika schließen und über das der Ministerrat, noch in diesem Jahr beschließen soll.

Futurologen zeichnen heute ein faszinierendes Bild von dem Amerika der kommenden dreißig Jahre.