Nachdem das Nordstahl-Projekt, die Fusion der drei Stahlerzeuger Klöckner, Ilseder Hütte und Salzgitter, geplatzt ist, will sich die Verwaltung der Klöckner Werke AG mit allem Nachdruck zum Alleingang rüsten. Der Alternativplan des Duisburger Konzerns, von dem unmittelbar nach dem Scheitern der Nordstahl-Verhandlungen die Rede war, ist – wie Vorstandssprecher Hans-Jörg Sendler in einer Pressekonferenz betonte – nicht neu.

Gleichwohl wurden noch keine Einzelheiten darüber bekanntgegeben, was Klöckner mit dem beabsichtigten zusätzlichen Investitionsprogramm von "über 500 Millionen Mark" vorhat. Betont optimistisch hieß es dazu lediglich, daß das Unternehmen mit diesen Investitionen, die in den nächsten zwei bis drei Jahren realisiert werden sollen, in die Lage versetzt werde, "auch einem in Zukunft möglicherweise verschärften Wettbewerb zu begegnen".

Im eigenen Hause setzt Klöckner nunmehr den Hebel an, um "Produktionseinheiten zu schaffen, die der neuesten technischen Entwicklung entsprechen und international wettbewerbsfähig sind". Dennoch ist das Thema Kooperation auch in Duisburg noch nicht endgülig aus dem Konzernvokabular verbannt worden. Man bleibe weiterhin offen für Gespräche mit anderen leistungsfähigen Partnern, hieß es in der Pressekonferenz. Aber auch diese Andeutung bleibt vorerst ohne nähere Erläuterung, nachdem Klöckner in den vergangenen Jahren immerhin schon mit Krupp, mit Rheinstahl, den Hüttenwerken Oberhausen und zuletzt mit den beiden niedersächsischen Stahlerzeugern ohne Ergebnis verhandelt hat.

Die Annahme, daß Klöckner jetzt mit allem Nachdruck den Ausbau der Bremer Hütte betreiben wird, liegt nahe. Es wurde erneut betont, daß dort Platz für eine Rohstahlerzeugung von 7 bis 8 Millionen Jahrestonnen vorhanden ist. Gegenwärtig liegt die Kapazität der Hütte Bremen nach der Inbetriebnahme des neuen LD-Stahlwerks bei 2,2 Millionen Tonnen.

Im vergangenen Geschäftsjahr ist auch der Klöckner-Konzern wieder besser ins Geschäft gekommen, obwohl die gute Mengenkonjunktur im Stahlabsatz noch keine nachhaltige Verbesserung der Ertragslage gebracht hat. Immerhin ist die achtprozentige Dividende echt verdient worden. Darüber hinaus war ein gewisser Spielraum für die innere Stärkung des Unternehmens vorhanden. Nmn