Gut geführte Unternehmen haben die wenigsten Hemmungen, ihre Erfolge den Aktionären und der Öffentlichkeit mitzuteilen. Das trifft im vollen Umfang auf die Nordwestdeutsche Kraftwerke AG, Hamburg, zu, einer Enkelin der Veba, die aber auch noch freie Aktionäre in ihren Reihen zählt. Diese hatten in den letzten Jahren viel Freude an ihren Papieren und würden es sicherlieh bedauern, wenn die Veba sie im Rahmen einer Konzern"bereinigung t zum Verlassen der Gesellschaft zwingen würde. Im Geschäftsbericht für 196768 (30. 9 ) wird der Gewinn je Aktie mit 36 Mark angegeben, 196566 waren es 28 Mark, ein Jahr später schon 32 Mark. Der ebenfalls verzeichnete Cash flow betrug 196566 109 Millionen, er stieg im abgelaufenen Berichtsjahr auf 128 Millionen. Bei der NWK handeltes sich deutlich um eine dynamische Gesellschaft, die eine kluge Investitionspolitik betreibt und dabei alle ihr gebotenen steuerlichen Chancen nutzt. In Zeiten hoher Kapitalkosten hatte die Gesellschaft mit dem Bau neuer Kraftwerke kürzergetreten und die Zuwachsraten durch preiswerten Fremdstrqmlezug (zum Teil aus Skandinavien) bewältigt. Diese Periode ist abgeschlossen. Zwei 320 MVBlöcke sind in Bau, einer davon wird demnäckst seinen Betrieb aufnehmen. 1972 soll das 662 MWKernkraftwerk in Stade mit seiner Arbeit beginnen. Das Kernkraftwerk hat schon große Inciustriebetiebe dazu bewogen, sich im NWK Bereich anzusiedeln, um an der preisgünstigen Energie zu profitieren. Wie schnell die Entwicklung in dieser Hinsicht verläuft, beweisen die Pläne der Hamburgische Electricitäts Werke AG, ein zweites Kernkraftwerk an der Elbe zu bauen, an dem dann die NWK zu einem Drittel beteiligt sein wird, wie umgekehrt die HEW an dem Stader Kraftwerke zu einem Drittel beteiligt sind. Auch die HEW haben unter Hinweis auf preiswerten Atomstrom Industriebetriebe zur Ansiedlung im hamburgischen Raum bewegen können.

Vieles spricht dafür, daß bei der NWK auch künftig die Stromzuwachsraten überdurchschnittlich steigen werden, so daß anzunehmen ist, daß die Dividendenerhöhung von 14 auf 15 Prozent — diesmal nur als Bonus gegeben — künftig "echt" sein wird — bis zum Sprung in die nächste Etage. K. W,