Das Beste und das Wichtigste an der neuen Bosch-Monographie ("Bosch" – Einführung und Bildtexte von Victor Manuel Nieto Alcaide; Wilhelm Goldmann Verlag, München; 80 S. mit 64 Bildtafeln, 24,– DM) in "Goldmanns Pinakothek" sind die Reproduktionen. Man muß ins Detail gehen, man muß die Tafeln abwandern, bei den miniaturhaften Szenen verweilen, bevor man sich überhaupt erst an das schwierige Geschäft machen kann, diesen phantastischen Kosmos zu deuten. Bei Bosch ist die oft nur modische Vorliebe der Kunstbuchproduzenten für Detailaufnahmen sachlich legitimiert. Häufig sieht man im Bilderteil die gleiche Szene zwei- oder auch dreimal, erst in der Totalen, auf die eine Publikation mit wissenschaftlichem Anspruch nicht verzichten kann, danach in richtig gewählten Ausschnitten. Der Wechsel von farbigen und Schwarzweißabbildungen gehört zum Prinzip der Goldmann-Reihe, man gewöhnt sich daran und nimmt das um so eher in Kauf, als die Bücher deswegen zu einem Spieler, die Mark und Melinda spielen, sind mit dem Stück nicht einverstanden und fallen ständig aus der Rolle. "Denk, was du willst, aber zieh dich dabei aus", sagt Melinda. Der Schauspieler-Mark beschwert sich: "Sehen Sie, ich geniere mich: Wenn die Szene wirklich echt wirken soll, dann müssen wir doch tatsächlich miteinander schlafen." Der Regisseur: "Na, tun Sie es doch." Schließlich endet das Stück ohne rechtes Ende, der Schauspieler möchte gern mehr über die Sache wissen.

"Der Regisseur: Vielleicht haben Sie recht, vielleicht sollte der Roman weitergehen. bemerkenswert niedrigen Preis auf den Markt kommen.

In seinem Einleitungsessay begrenzt Victor M. N. Alcaide das Werk auf seine historische Dimension, gegen die heute üblichen Aktualisierungstendenzen. "Deutet man Bosch als Surrealisten, so beweist das, daß man keine wissenschaftlichen Kriterien an sein Werk angelegt hat." Das ist vollkommen richtig, und man braucht nicht darüber zu diskutieren, daß sein Werk unter ganz anderen Voraussetzungen entstanden ist. Aber wenn Alcaide zugibt, daß Bosch "ästhetisch ähnlich auf uns wirkt wie die Gebilde des Surrealismus", dann ist diese Ähnlichkeit doch kein Zufall, dann müßte man schon eine mögliche gemeinsame Wurzel, ein tertium comparationis in Betracht ziehen. Sieht man wie Alcaide Bosch ausschließlich als ein historisches Phänomen, dann sollte man aber auch für den Herstellungsprozeß der Bilder keine modernen Aspekte ins Spiel bringen. Gottfried Sello

Der Schauspieler: Wieso der Roman? Hier geht es doch um Theater.

Der Regisseur: Machen Sie sich darüber keine Gedanken, das soll nicht Sache des Autors sein. Der Roman muß weitergehen ..."

Der Regisseur geht nachdenklich fort, und der Schauspieler macht der Schauspielerin ein Zeichen, welches bedeutet, daß er den Regisseur für verrückt hält. (Ein wahrhaft demokratischer Roman. Fehlt nur, daß die Figuren einen Betriebsrat gründen.)

Gaia Servadio überredet sich, weiterzuschrei-