Die Versuche des Bundeswirtschaftsministeriums, den sechsprozentigen Anleihe- und Pfandbrieftyp zu retten, sind geradezu rührend Man will das Kunststück fertigbringen, bei steigendem internationalen Zinstrend und bei einer sich abzeichnenden Geldverknappung in der Bundesrepublik, den deutschen Landeszinsfuß niedrig zu halten. Erreicht werden soll dies, indem die Anträge der Realkreditinstitute auf 6 1/2prozentige Emissionen vorerst nicht genehmigt werden und sich die deutschen Kreditinstitute "freiwillig" verpflichten, die in der Planung befindlichen Anleihevorhaben ausländischer Emittenten zeitlich zu strecken.

Daß der Markt der Auslandsanleihen im Angebot erstickt, läßt sich leicht an den steigenden Renditen ablesen, die von den Ausländern bewilligt werden müssen. Dennoch fällt es den Emissionsinstituten immer schwerer, die Millionenbeträge zu placieren.

Ohne tätige Mithilfe des Bundeswirtschaftsministeriums war es aber offenbar nicht möglich, eine der Aufnahmefähigkeit des Marktes entsprechende Enthaltsamkeit zu üben. Das Geschäft lockt – und offenbar geht es hier nicht nur um Geld, sondern auch um Prestige. Einige Banken scheuen sich nicht, Siegerlisten zu veröffentlichen, in denen aufgezeigt wird, wie oft sie bei internationalen Konsortien die Führung oder Mitführung innehatten. K. W.