Bei einer Turnveranstaltung in dem Mainzer Vorort Bretzenheim, an der auch eine DDR-Riege teilnahm, gab es Krach um die "Spalterflagge": Kriminalbeamte konfiszierten sie. Das war ein billiger Sieg.

Die Polizei freilich trifft daran keine Schuld. Sie muß, nach einem Innenminister-Erlaß aus dem Jahre 1967, gegen das Hissen von DDR-Fahnen und gegen das Abspielen der Becher-Hymne einschreiten. Nur für die Münchner Olympiade 1972 wurde eine Ausnahme gemacht. Erlaubt ist es den DDR-Sportlern auch, ihre Embleme in "angemessener Größe" auf den Trikots zu tragen.

Frage: Was soll eigentlich das ständige Gerede vom gesamtdeutschen Sport? Was hat eine Politik der kleinen Schritte für einen Sinn, wenn sie im Stadion mit dem Millimetermaß gemessen wird? Sie macht sich nur unglaubwürdig – und was noch ärger ist: sie macht sich lächerlich. D. St.