Gefahren für die Schweizer Exportindustrien sieht der Baseler Chemiekonzern J. R. Geigy, der im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatzzuwachs von 17 Prozent auf 2,73 Milliarden Franken erreichte. Die Verwaltung bemängelt, daß die Regierung in Bern in der Steuergesetzgebung keine Rücksicht auf die steuerlichen Änderungen innerhalb der EWG im Zusammenhang mit dem Übergang zur Mehrwertsteuer nimmt, obwohl auch einzelne EFTA-Staaten, wie etwa Dänemark, bereits zu diesem System übergegangen sind.

Die Entlastung der Ausfuhren von der Steuer in den Staaten mit Mehrwertsteuer, die umgekehrt Einfuhren mit der Steuer belasten, haben nach Ansicht des Geigy-Konzerns diesen Ländern einen erheblichen Wettbewerbsvorsprung vor Staaten mit direkten Steuern verschafft. Wie wichtig eine Gleichstellung wäre, zeigt der hohe Prozentsatz der Industrieexporte in der Schweiz. Die Schweiz exportiert 28 Prozent ihres Bruttosozialprodukts. Mehr als ein Fünftel der Ausfuhren entfällt auf die Chemie.

Von dem gesamten Umsatz des Geigy-Konzerns entfallen 74 Prozent auf die ausländischen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften. Gegenüber der 17 prozentigen Umsatzsteigerung im Gesamtkonzern konnten die schweizerischen Werke ihren Absatz nur um vier Prozent erhöhen, während die Wachstumsrate im Vorjahr mit 15 Prozent noch in etwa mit der Gesamtentwicklung Schritt hielt. Die von 40 auf 44 Franken je Aktie erhöhte Dividende wurde also vornehmlich im Ausland verdient, da nach Auskunft der mit Informationen sparsamen Verwaltung die Inlandserträge durch die geringe Umsatzzunahme, Kostensteigerungen und Preiseinbußen beeinträchtigt wurden. Detaillierte Angaben fehlen jedoch.

In seiner Investitionspolitik hat der Konzern der neuen Entwicklung Rechnung getragen. 51 Prozent gingen in die Vereinigten Staaten, nur sieben Prozent in die EWG. In der Schweiz wurden 1968 noch 32 Prozent der Gesamtausgaben investiert. mh