Rund l 1/2 Milliarden Mark will der Hoesch-Konzern in den nächsten 5 Jahren investieren. 750 Millionen sind für den Hoesch-Anteil an dem Küstenwerk Rotterdam vorgesehen. Die andere Hälfte geht in den Ausbau der Westfalenhütte in Dortmund. Ein neues großes Kaltwalzwerk und die Erweiterung der Warmbreitbandkapazität sind die Hauptprojekte, mit denen Hoesch die Akzente für die Zukunft des Dortmunder Hüttenwerkes setzt, das auf Verarbeitungstiefe umstrukturiert wird.

Auf das neue Blasstahlwerk, das ursprünglich auch auf der Westfalenhütte gebaut werden sollte, will der Vorstand jetzt verzichten, nachdem die Rohstahlbasis der Zukunft nunmehr an günstigeren Standorten an der Nordseeküste entsteht. Das Stahlwerk Rotterdam sei nicht als impulsive Reaktion auf die Verbindung Mannesmann/Thyssen anzusehen, betonte Vorstandsvorsitzer Dr. Friedrich Härders in der Pressekonferenz, aber die Genugtuung über die vielversprechende Belebung des Paktes "mit unseren Freunden in Holland" war nicht zu überhören.

Über die Finanzierung der Superinvestitionen, die eher in 4 als in 5 Jahren realisiert werden sollen, macht man sich bei Hoesch keine Sorgen. Zwei Drittel der Summe könnten – so hieß es – aus Abschreibungen finanziert werden. Für den Rest bieten sich schon jetzt zahlreiche Möglichkeiten, vor allem auch auf dem holländischen Kapitalmarkt an. Die Hoesch-Aktionäre werden dafür nicht zur Kasse gebeten werden.

Dafür aber haben sie einigen Grund, im laufenden Jahr endlich mal wieder eine anständige Dividende zu erhalten. Über das Geschäftsjahr 1968/69 lasse sich bisher nur Günstiges berichten, betonte Dr. Harders in der Pressekonferenz. Um einen ansehnlichen Prozentsatz liege das Ergebnis der ersten 5 Monate über den Planvorstellungen der Verwaltung. Nmn