Duisburg Bis zum 27. April, Wilhelm-Lehmbruck-Museum: "Frühwerke Wilhelm Lehmbrucks"

Lehmbruck war 38 Jahre alt, als er im März 1919 aus dem Leben schied. 50 Jahre danach bringt das Museum seiner Geburtsstadt Skulpturen und Zeichnungen aus der Frühzeit, den Jahren bis 1910, bis zur Übersiedlung nach Paris. Mit Paris, mit der "Großen Stehenden" von 1910 ist die entscheidende Zäsur markiert. Unsere Vorstellung von Lehmbruck als dem größten deutschen Bildhauer seiner Epoche basiert ausschließlich auf den seit 1910 entstandenen Arbeiten.

Jetzt sieht man also zum erstenmal das Frühwerk, die Arbeiten aus den Düsseldorfer Jahren, in einer ungeheuer breiten Dokumentation, angefangen mit dem Zeichenheft des dreizehnjährigen Volksschülers, rund 200 Zeichnungen, ganze Skizzenbücher von Reisen und Ausflügen, Studienblätter, Ideenskizzen, Illustrationen sowie die ersten skulpturalen Versuche, ein Selbstbildnis des Siebzehnjährigen in schwarz getöntem Gips, den niedlichen Schusterjungen von 1901 und den sozialpathetischen "Steinwälzer" und Modellfiguren eines Denkmals der Arbeit, den Schmied mit Vorschlaghammer, den alten Walzwerkarbeiter, ein realistisches Bergmann-Relief, ein klassizistisches Damenporträt, ein Rokoko-Tondo "Junge Liebe" und eine Mutter in leidenschaftlich expressiver Gestik.

Es ist im Grunde nicht so erstaunlich, daß dieses Frühwerk unbekannt geblieben ist, weil es über den späteren, den eigentlichen Lehmbruck nichts besagt, der die Spuren seiner Anfänge restlos getilgt und überwunden hat. Soziologisch und zeitgeschichtlich ist dieses künstlerisch chaotische Präludium enorm aufschlußreich. Es zeigt den Weg eines Künstlers, der aus proletarischem Milieu kommt, in eine bürgerlich akademische Sphäre gerät, die ihn unbefriedigt läßt, und mit geistiger Leidenschaft alle gegensätzlichen Möglichkeiten aufgreift, die ihm die Zeit anbietet, sozialistische Ideen und das Bildungserlebnis Italien, Meunier und Rodin, Richard Dehmel, Dante, Zola, Heroenkult und Jugendstil.

Köln Bis zum 20. April, Galerie Der Spiegel: "Klaus Geldmacher"

"Geldmacher 1" ist das erste Objekt der neuen Serie von Licht-und-Ton-Objekten. Sie produzieren Lärm, Musik, Lichteffekte wie echte Spielautomaten, von denen sie sich dadurch unterscheiden, daß sie durchsichtig verschalt sind und keine Groschen herausgeben. "Geldmacher 5" besteht aus einer kompletten Flipper-Musikbox. Möglich, daß Geldmacher den bürgerlichen Kunstbegriff ironisieren oder das bürgerliche Wohnzimmer durch seine Lärm-und-Licht-Maschinen verunsichern will. In einem Faltblatt sind die Kosten für Material und Herstellung, die Endpreise sowie die Verteilung des Gewinns zwischen Urheber Produzent und Zwischenhandel fixiert. "Geldmacher 1" kostet 625 DM, "Geldmacher 5" 6240 DM.

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