Die Nahostgespräche der vier Großmächte, deren UN-Botschafter am Dienstag zum zweitenmal zusammentrafen, stehen unter einem schlechten Stern.

Arabische und israelische Truppen verwickelten sich bei Wochenbeginn am Jordan und am Suezkanal in neue Feuergefechte. Die israelische Hafenstadt Eilat am Akaba-Golf wurde mit Raketen beschossen, worauf die Israelis den jordanischen Hafen Akaba bombardierten.

Die Sprache der beiden Lager ist weiterhin hart und drohend. Die israelische Haltung gegenüber einer von den Großmächten oder den Vereinten Nationen empfohlenen Lösung hat sich weiter versteift, nachdem der Sicherheitsrat vorige Woche zwar abermals Israel wegen seiner Vergeltungsschläge gegen Jordanien, nicht aber die Tätigkeit der arabischen Terroristengruppen verurteilt hatte.

Verteidigungsminister Dayan berief sich am Wochenende auf die Stärke Israels: "Wir können es uns leisten, Vorschläge abzulehnen, deren Annahme für uns selbstmörderisch gewesen wäre." Der stellvertretende Ministerpräsident Allon verglich die Vierergespräche mit der Konferenz von Jalta.

Die erste Besprechung zwischen den UN-Botschaftern Yost (USA), Lord Caradon (Großbritannien), Bérard (Frankreich), und Malik (UdSSR) am Donnerstag voriger Woche in der französischen Residenz war günstig verlaufen. Die Diplomaten hielten sich nicht lange mit Verfahrensfragen auf und, versuchten nicht, ihre Unterschiede in der Beurteilung der Nahost-Situation herauszuarbeiten. Sie begannen sogleich "Gebiete der Übereinstimmung zu definieren".

Die Großmächte wollen an der Nahostresolution des Sicherheitsrats vom November 1967 festhalten und die Mission des UN-Sonderbeauftragten Jarring weiter unterstützen.