Jacques Rueff, französischer Währungsexperte und Berater de Gaulles, verteidigte in Paris die französische Devisenkontrolle. Mit Hilfe der Kontrolle sei es Frankreich gelungen, seine Währungslage vorläufig zu stabilisieren. Rueff gab der Spekulation auf eine künftige Korrektur des französischen Wechselkurses einen Hinweis: Solange die Devisenbewirtschaftung sich im Hinblick auf Frankreichs Situation im internationalen Handel aufrechterhalten ließe, solange könne man auch währungspolitische Entscheidungen wohlüberlegt und mit kühlem Kopf treffen.

Dr. Otto Schedl, bayerischer Wirtschaftsminister, hat eine offene Benachteiligung Bayerns durch die Lufthansa aufgedeckt. Im neuen Flugplan hatte die Lufthansa den mittäglichen Direktflug zwischen München und Köln/Bonn durch eine Zwischenlandung in Stuttgart ergänzt. Der Minister will sich mit der Verlängerung der Flugzeit um etwa eine Stunde nicht abfinden. Er drohte der Lufthansa mit Wettbewerb, notfalls sollte eine zweite deutsche Gesellschaft mit dem Inlandsflugverkehr beauftragt werden. Er deutete auch gleich noch ein Verfahren beim Bundeskartellamt an – für den Fall, daß man im Verkehrsministerium die notwendigen Genehmigungen nicht erteilen werde. Ein Unternehmen bietet sich den Bayern als zweite deutsche Liniengesellschaft geradezu an: Die Bavaria-Flug in München.