Für den Autotourismus entdeckten die ersten Europäer die Wüsten Algeriens schon im Jahre 1923. Die Autoexpedition begann in der algerischen Oase Touggourt und endete nach drei abenteuerlichen Wochen in Timbuktu. Aber für Autotouristen ist Algerien noch heute ein kaum erschlossenes Land.

Im nördlichen Teil des Landes, an der Mittelmeerküste oder auf einer Rundreise. durch die berühmten Oasen Bou Saada, Biskra, El Oued, Quargla und Laghouat ist das Risiko noch durchaus kalkulierbar. Hier findet der Autofahrer gut ausgebaute Straßen, und in relativ kurzen Etappen (höchstens 200 Kilometer) erreicht man immer eine größere Ortschaft.

Das Abenteuer beginnt, wenn sich der Reisende auf die "Große Trans-Sahara-Piste" wagt. Wenn er von der Oase El Golea aufbricht zur rund 1000 Kilometer entfernten Ortschaft Tamanrasset (neuerdings telephonisch mit Algier verbunden). Auf dieser Route reist er durch das Herz der Sahara und durch das Hoggar- und Tassiiigebirge. Studienreisen (Felsbilder der Sahara) führen Studiosus-Reisen ab 1365 Mark für drei Wochen, Internationale Studienreisen ab 1570 Mark für zwei Wochen; Athena-Reisen und Gesellschaft für Akademische Studienreisen ab 1570 Mark für zwei Wochen durch.

Abenteuerlustige führt die Reise von Tamanrasset weiter nach In Guezzam an der algerischen Grenze und von da weiter nach Nigeria und Kamerun. Freilich, auch diese exotische Route ist von Reiseunternehmen längst für den Pauschaltouristen entdeckt. Das Unternehmen Roteltours (Hotel im Omnibus) wird mit seinen Wohnbussen im November wieder über die – Trans-Sahara-Piste rollen (34 Tage; 2990 Mark).

In den nächsten fünf Jahren soll mit internationaler Unterstützung die Trans-Sahara-Piste zu einer komfortablen Rollbahn ausgebaut werden. Die Pläne sehen eine Verlängerung der Route von Tamanrasset nach Gao im Staat Mali (1100 Kilometer) und nach Tahoua, Republik Niger (950 Kilometer) vor. Dann wird die Fahrt vom Mittelmeer in das Innere Afrikas kein Abenteuer mehr sein.

Zum zweitenmal macht Algerien jetzt einen Anlauf, mit dem Sonnenurlaub ins Touristengeschäft zu kommen, nachdem erste Versuche des Pauschalangebotes wiederholt, zuletzt vor zwei Jahren (so Scharnow), wieder eingestellt wurden. Die deutschen Reiseunternehmen fanden ihre Wünsche nicht erfüllt. Zentren für Badeferien an der 1200 Kilometer langen algerischen Mittelmeerküste westlich von Algier werden von den Algeriern gepriesen: Bologhine, El Djamila, Moretti, Zeralda, Bou Ismail, Tipasa. Die "Türkisküste" von Algier bis Cherchell ist der Tummelplatz für Ausländer.

In Moretti, Zeralda und in der von Camus hoch geschätzten römischen Stadt Tipasa wurden Bungalowdörfer gebaut. Sie locken mit arabischer Architektur, westlichem Komfort und allerlei Einrichtungen für sportliche Kurzweil und nächtliches Amüsement.