Die Nordcement AG, Hannover, hat für 1968 ihre Dividende von 16 auf 6 Prozent zurückgenommen. Die Herabsetzung sei, so erklärte die Verwaltung, wegen des seit Auflösung der norddeutschen Zementkartelle harten Preiskampfes notwendig geworden. Schon auf der Vorjahres-Hauptversammlung war davon die Rede. Niemand konnte indessen vermuten, daß die Dividendenkürzung so drastisch ausfallen würde.

Oder war es doch anders? Sind es vielleicht gutinformierte Insider gewesen, die zu Beginn dieses Jahres ihre Aktien zu 320 Prozent abgestoßen haben, um die Fahrt in den Börsenkeller (gegenwärtiger Kurs etwa 250 Prozent) nicht mitmachen zu müssen? Hier zeigt sich deutlich, wie berechtigt die Forderung nach einer ausreichenden Zwischenunterrichtung ist. Schon im Januar hätte eine verantwortungsbewußte Verwaltung Hinweise auf eine mögliche kräftige Dividendenkürzung machen müssen.

Wer sich solche "Überraschungen" leistet, darf sich nicht wundern, wenn er verdächtigt wird, die Geschäfte des Großaktionärs, der von der schweizerischen Smidtheiny-Gruppe beherrschten Breitenburger Portlandzementfabrik, zu besorgen, nämlich ihm den Erwerb der Nordcement-Majorität durch "Aushungern" der Kleinaktionäre zu erleichtern. kw