Die Bürgerrechtler in den USA haben über Ostern auf Kundgebungen in verschiedenen Städten der Südstaaten des vor einem Jahr ermordeten Negerführers und Friedensnobelpreisträgers Martin Luther King gedacht. Gleichzeitig protestierten Zehntausende von Amerikanern – darunter viele ehemalige GI’s mit schwarzen Armbinden und der Aufschrift "33 600" – gegen den Krieg in Vietnam.

Am Rande der Veranstaltungen kam es immer wieder zu Ausschreitungen. Über Memphis, wo King am 4. April vorigen Jahres ermordet worden war, wurde für zwei Nächte ein Ausgehverbot verhängt. In San Franzisko lieferten etwa 10 000 Kriegsgegner der Polizei eine erbitterte Straßenschlacht.

Schon am Vorabend des King-Gedenktages war es in Palm Springs und in Chikago zu Zusammenstößen gekommen. Zwei Tage danach beantragten die Anwälte des in einem Schnellverfahren zu 99 Jahren Zuchthaus verurteilten King-Mörders, James Earl Ray, ein neues Gerichtsverfahren.