Von François Bondy

Zwei umfangreiche neue Bücher tragen im Titel den Namen Voltaire. Die Biographie von

Jean Orieux: "Das Leben des Voltaire", aus dem Französischen von Julia Kirchner; Insel Verlag, Frankfurt; 1044 S., 16 Tafeln, 48,– DM

in dieser zweibändigen, schön gedruckten Ausgabe angenehmer zu lesen als in der massiven einbändigen Originalausgabe, ist auf umfassende Dokumente gegründet; die Archive des großen Voltaire-Forschers Theodore Bestermann in Genf, die von ihm ohne Hilfe von Stiftungen und ohne Arbeitsteam geleistete Herausgabe der Korrespondenz Voltaires (mit vielen Entdeckungen) waren dabei maßgebend.

Das zweite dieser Bücher ist Band 9 der Kulturgeschichte des nunmehr greisen Historikerpaares

Will und Ariel Durant: "Das Zeitalter Voltaires", aus dem Amerikanischen von Elinor Lipper, Francke Verlag, Bern/München; 868 S., 38,– DM

deren Werk, so vernimmt man, mit dem englisch bereits erschienenen Band "Das Zeitalter Rousseaus und der Revolution" abgeschlossen sein wird. Es handelt sich bei dieser Kulturgeschichte um ein Unternehmen, das seinen Vorläufer eben in Voltaire hat, dem ersten Verfasser einer modernen "Sittengeschichte".