Von Heinz Michaels

Mit 14 Tagen Verspätung rollte dieser Tage in Düsseldorf eine "Caravelle" der LTU-Fluggesellschaft an den Start, um deutsche Urlauber an die sonnige Südküste Portugals zu bringen. Portugals Hoteliers an der Algarve können aufatmen.

Zwei Wochen lang hatten die Portugiesen versucht, die Düsseldorfer Chartergesellschaft aus dem Geschäft zu drängen. Drei Jahre war die LTU bereits an die Algarve und auch nach Madeira geflogen, doch nun sollte die staatseigene portugiesische Luftfahrtgesellschaft TAP das Geschäft machen.

Am 27. März – sechs Tage vor dem ersten Starttermin – teilte das portugiesische Verkehrsministerium den Düsseldorfern mit, daß sie keine Verkehrsrechte nach Faro, dem Flughafen im Urlaubsgebiet, erhalten können. Lakonisch hieß es in dem Fernschreiben: "Die TAP ist angewiesen worden, den in Frage kommenden Verkehr sicherzustellen."

Es traf sich offenbar gut, daß die LTU auf dieser Strecke "Caravellen" einsetzt, ein Flugzeugtyp, den die TAP ebenfalls fliegt. Nur leider sind die TAP-"Caravellen" nicht voll ausgelastet. Mit Hilfe des Ministeriums sollte dem abgeholfen werden.

Mit dem Versuch, durch staatliche Reglementierung der staatseigenen Fluggesellschaft die Konkurrenz der Chartergesellschaften vom Halse zu halten, stehen die Portugiesen nun keineswegs allein da. Nur knapp vier Wochen vor dem Luftkrieg um Faro lieferte das Bundesverkehrsministerium selbst ein ähnliches Beispiel.

Nach langem Zögern hatte die amerikanische Luftfahrtbehörde, das Civil Aeronautics Board (CAB), am 20. Februar dieses Jahres der jüngsten deutschen Chartergesellschaft, der Atlantis AG, das Recht zugestanden, Pauschalflugreisen (sogenannte IT-Charterflüge) von der Bundesrepublik in die USA durchzuführen. Anfang März beschied das Bundesverkehrsministerium die Atlantis jedoch, daß es die Genehmigung für die Nordatlantikflüge nicht erteilen könne, weil "durch diesen Luftverkehr die öffentlichen Verkehrsinteressen nachhaltig beeinträchtigt" würden. Es stützte sich dabei auf den Paragraphen 22 des Luftverkehrsgesetzes.