Im Herbst dieses Jahres wird die amerikanische Reederei "Central Gulf Lines" die ersten schwimmenden Container rheinaufwärts auf die Reise von Rotterdam nach Basel schicken. Die schwimmenden Kisten kommen aus New Orleans und erreichen ihre Ziele an den Ufern des Rheins und seiner Nebenflüsse, soweit sie kanalisiert sind, auf dem Wasserweg, und ohne einmal umgeladen zu werden.

Für die Reise über den Atlantik werden die schwimmenden Kisten in einem Mutterschiff, "Barge-Carrier" genannt, verstaut. Die Kisten selbst nennt man nicht Container, sondern "Lighter" (Leichter), weil sie schwimmen. Einen Motor haben sie nicht: Sie werden, zu Ketten zusammengekoppelt und von Schleppern gezogen.

Das ganze System heißt "Lash" (Lighter aboard ship) und ist den Schiffbautechnikern schon seit Jahren bekannt. Nur: Bisher sah kein Reeder eine sinnvolle, das heißt profitable Einsatzmöglichkeit für die schwimmenden Kisten.

Auch die deutsche Reederei Hamburg-Süd beschäftigte sich vor einigen Jahren intensiv mit dem Lash-System für den Südamerika-Dienst. Doch die Pläne gediehen nicht über ein Modellschiff hinaus: Der Preis für die neue Technik schien zu hoch, der Einsatz zu riskant.

Profit wittert jetzt die Central Gulf. Sie wird die Lash-Schiffe für die "International Paper Company" über den Atlantik schicken. Transportgut sind Papier und Papier-Grundstoffe, die in New Orleans unmittelbar am Hafen produziert und in Europa in Werken unmittelbar am Rhein weiterverarbeitet werden. Nur unter diesen Voraussetzungen, wenn Absender und Empfänger unmittelbar am Wasser domizilieren, ist der Lash-Transport billiger als beispielsweise der Transport mit Containern.

Er ist dann offenbar so profitabel, daß die schwimmende Kiste schon lohnt, wenn nur in einer Richtung von "Haus zu Haus" auf dem Wasser gefahren wird. Für die Rückreise über den Atlantik soll die "Arcadia Forest", so wurde auf der Uraga-Werft in Japan das erste Lash-Schiff der Welt getauft, Stückgut oder auch flüssige Ladung übernehmen. Jeder der 73 Leichter an Bord faßt 400 Tonnen Ladung.

Allerdings, das Lash-System hat auch Vorteile bei anderen Aufgaben, wo nicht die Rentabilität das entscheidende ist. Bei den Militärs zum Beispiel. Wenn es darum geht, große Schiffe auch dort zu entladen, wo es weit und breit keinen Hafen gibt, dann ist Lash unschlagbar.