Aus der Rede von US-Präsident Nixon vor dem NATO-Rat

Wenn die Allianz nun in ihr drittes Jahrzehnt eintritt, müssen daher bestimmte Grundtatsachen neu bekräftigt werden.

Erstens: Die NATO wird gebraucht; und die amerikanische Verpflichtung zur NATO bleibt bestehen und bleibt stark. Wir in Amerika sehen auch weiterhin die Sicherheit Europas als unsere eigene an.

Zweitens: Nachdem das Bündnis seinen ursprünglichen Zweck erfüllt hat, muß es sich den Gegebenheiten des Erfolges anpassen, und nachdem die Furcht nicht mehr so sehr wie einst der zusammenschweißende Faktor ist, müssen wir neue Bande schmieden, um unsere Einheit zu wahren.

Drittens: Als die NATO ins Leben gerufen wurde, war das bloße Faktum einer Zusammenarbeit unter den westlichen Nationen von gewaltiger Bedeutung, sowohl im symbolischen wie im substantiellen Sinne. Heute genügt das Symbolische nicht mehr, wir benötigen das Substantielle. Die Allianz wird heute nach dem Gehalt, nicht nur nach der Form ihrer Zusammenarbeit beurteilt.

Viertens: Die Verbündeten haben gelernt, ihre militärischen Streitkräfte zu integrieren; jetzt, angesichts der in zwei Jahrzehnten erfolgten großen militärischen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen, müssen wir bessere Mittel zur Harmonisierung unserer Politik finden.

Fünftens: Unsere Allianz ist ihrem Wesen nach mehr als nur ein militärisches Bündnis; und es ist nunmehr an der Zeit, einen Teil unserer Aufmerksamkeit den nicht-militärischen Bereichen zuzuwenden, auf denen wir alle von einer verstärkten Zusammenarbeit profitieren können ...