In den Hochschulreformplan der SPD wie in die meisten Hochschulgesetzentwürfe der Länder ist die "Drittelparität" eingegangen oder doch "die angemessene Mitbestimmung aller akademischen Gruppen in den Entscheidungsgremien". Als "alle Gruppen" werden dann meistens genannt "Studenten, Assistenten, Professoren".

Gerade dort, wo man guten Willens ernst machen will mit solcher Mitbestimmung, hat man inzwischen gemerkt, daß die "Drittelparität" sich zum Schlagwort im Kampf der Studenten besser eignet als zur Grundlage von Gesetzen; sie ist, wie Günther Kandier, der Leiter einer Forschungsstelle für öffentliche Sprachaufgaben, in der März-Nummer der Deutschen Universitätszeitung, schrieb, "ungeeignet für ernsthafte Diskussionen oder gar rechtliche Regelungen".

Denn die drei Gruppen, von denen sie ausgeht – Studenten, Assistenten, Professoren – gibt es in Wirklichkeit nicht.

Man spürt die Herkunft der ganzen Konzeption aus Studentenkreisen schon daran, daß bei allen sichtbaren Unterschieden zwischen einem philologischen Erstsemester und einem naturwissenschaftlichen Doktoranden "Studenten" noch am ehesten definierbar sind – obwohl gerade jener Doktorand unter entsprechenden Umständen den Assistenten zugezählt werden müßte.

Komplizierter liegen die Dinge am anderen Ende. Da gibt es ja mindestens sechs Arten von "Professoren": ordentliche, außerordentliche, außerplanmäßige, Honorarprofessoren, Gastprofessoren und Lehrbeauftragte, die aus irgendeinem Grund einen Professoren-Titel tragen.

Leute dieser letzten Art konstituieren einen Schönheitsfehler der scheinbar sich anbietenden Definition: Professor ist, wer sich habilitiert hat. Mehr als ein Schönheitsfehler dieser Konstruktion liegt jedoch darin, daß damit die Habilitation, deren Bedeutung doch abgebaut werden sollte, sachfremde neue Akzente gewinnt.

Und nun gar jene mittlere Gruppe, die den bezeichnenden Verlegenheitsnamen "Mittelbau" trägt und deren einzelne Vertreter, da man sich scheut, von "Mittelbauern" zu reden, meistens "Assistenten" genannt werden, manchmal auch, und übrigens in gleicher Weise schon vom Wort her diskriminierend, "wissenschaftliche Mitarbeiter" – als ob sie immer nur assistieren und nie selbständig, sondern eben nur "mit-"arbeiten könnten!