Wie es MdB Hans Toussaint gelingt, den deutschen Film hinunterzufördern

Von Rolf Dewonn

Sie glauben doch selbst nicht, daß wir, die wir ehrenamtlich an diesem Gesetz arbeiten, daß wir nicht das Beste erreichen wollen.

Hans Toussaint, Vorsitzender des Präsidiums und Verwaltungsrates der Filmförderungsanstalt, in der Diskussion der ZDF-Sendung "Filmforum"

Kein Zweifel, Hans Toussaint ist der größte. Wer es nach über einem Jahr heftiger Auseinandersetzungen der gesamten am Film interessierten Öffentlichkeit immer noch nicht wußte oder glaubte, dem wurde es nun via Fernsehdiskussion frei Haus geliefert: Herrn Hans Toussaint, Dr. h. c. und MdB, ist gelungen, was keiner vor ihm geschafft hat, nämlich "die ganze Filmbranche wirtschaftlich wieder zu einer Gesundung zu bringen". Er hat das überwunden, der Regierungen und Parlamente" überwunden, hat die "vollkommen zerstrittene Filmwirtschaft" versöhnt und alle zuständigen Gremien und Instanzen durch die von ihm begründete Filmförderungsanstalt (FFA) an einen Tisch bekommen. Mit dem Erreichten solle man sich gefälligst erst einmal zufriedengeben.

Das unwirsche Eigenlob des Vaters der deutschen Filmförderungsgesetze war so peinlich wie unbegründet. Denn die vom ZDF veranstaltete Diskussion führte die ganze Problematik des Filmförderungsgesetzes (FFG) vor Augen – nicht zuletzt durch die einseitige Auswahl der Teilnehmer und die unverbindliche, verwässernde Argumentation der FFA-Vertreter. Unter der Leitung von Walther Schmieding, Moderator des Magazins "Aspekte", diskutierten Dr. h. c. Hans Toussaint, heute Vorsitzender des Präsidiums und des Verwaltungsrates der FFA; Dr. Alexander Grüter, Stellvertreter Toussaints und Vorsitzender des Filmproduzentenverbandes; Hansjürgen Pohland, Jungregisseur und Produzent; Dr. Dietrich Kuhlbrodt, Jurist und Filmjournalist.

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