Die Möglichkeit, sich von der staatlichen Rentenversicherung durch den Abschluß einer privaten Lebensversicherung befreien zu lassen, bescherte dem größten Lebensversicherer Europas, der Allianz Lebensversicherungs-AG, ein außergewöhnlich gutes Geschäftsjahr 1968. Von den Neuabschlüssen in Höhe von 4,4 Milliarden Mark entfiel ein Drittel auf Verträge, die allein auf die Befreiungswünsche derjenigen Angestellten zurückzuführen sind, die sonst durch die Erhöhung der Pflichtversicherungsgrenze von der staatlichen Rentenversicherung aufgesogen worden wären. Das gute Ergebnis, das die Vorjahresziffern um 83 Prozent übertraf, ist also in dieser Höhe eine einmalige Erscheinung.

Der Gesamtbestand nahm damit um 18,4 Prozent auf 28,6 Milliarden Mark zu, die Beitragseinnahme stieg um 14,7 Prozent auf 1,14 Milliarden Mark, und die Vermögensanlagen haben sich um fast 600 Millionen auf 6,25 Milliarden Mark erhöht.

Der Gesamtüberschuß ist von 300,6 auf 352,4 Millionen Mark gestiegen. Der Gewinnreserve der Versicherten werden 348,6 (297,1) Millionen zugewiesen, was unveränderte Gewinnanteilsätze für die Versicherten und aus Wertpapier-Realisierungen wieder eine Sonderschlußdividende von 40 Prozent der Versicherungssumme ermöglicht. Die Gesellschaft hat wieder nennenswerte Kursgewinne – 15,2 nach 10,4 Millionen – realisiert. Auf das praktisch ganz im Besitz der Allianz Versicherungs-AG und der Münchener Rück befindliche Aktienkapital von unverändert 22 Millionen Mark werden 17 (16) Prozent Dividende verteilt.

Die vorzeitigen Abgänge aus dem Bestand sind mit 2,7 nach 2,8 Prozent im Rezessionsjahr 1967 unverändert gering, auch im internationalen Vergleich. Die Allianz verfügt also neben einer beträchtlichen Werbekraft über eine große Bestandsfestigkeit. Das erklärt auch die Gelassenheit, mit der die Konkurrenz des – im übrigen nicht unterschätzten – Investmentsparens gesehen wird, das sich ebenfalls als Altersversicherung empfiehlt. Bg