Manche Holländer sind böse, viele geben sich empört. Es gefällt ihnen nicht, daß der Auftrag zum Bau des ersten großen Atomkraftwerkes der Niederlande an die deutschen Firmen Siemens und AEG vergeben wurde. Die deutschen Firmen waren so "taktlos", das mit Abstand preisgünstigste Angebot abzugeben. Nun will die oppositionelle Partei der Arbeit von der Regierung in Den Haag wissen, wie sie die Interessen der eigenen Industrie zu schützen gedenkt.

Manchmal scheint es, als ob Begriffe wie Wettbewerb und Europäische Wirtschaftsgemeinschaft wirklich schon zu leeren Worten geworden sind. Dafür erhalten Begriffe wie Nationalismus, Autarkie und Protektionismus wieder neue Bedeutung.

Was würde man in den Niederlanden sagen, wenn in der Bundesrepublik ein lautes Lamento über die starke Marktposition holländischer Weltkonzerne wie Unilever, Philips oder Shell in Deutschland angestimmt würde? Wie wäre die Reaktion, wenn der Plan von Hoesch, gemeinsam mit Hoogovens ein modernes Hüttenwerk bei Rotterdam statt im Ruhrgebiet zu bauen, in Deutschland mit Protesten und bissigen Kommentaren beantwortet würde?

Für kleinkariertenNationalismus sollte in der EWG kein Platz sein. mj