Vor mehr als zwei Jahren, im Februar 1967, statuierte Heinz Ruhnau, Innensenator der liberalen Freien und Hansestadt Hamburg, ein Exempel: Er ließ den nigerianischen Medizinstudenten Obi Ifeobu mit polizeilicher Eskorte direkt nach Lagos expedieren. Der Student war Hamburger Ordnungshütern angeblich unliebsam aufgefallen, als er mit Hunderten von anderen Studenten gegen den Krieg in Vietnam demonstrierte. Wie sich später in verschiedenen Prozessen herausstellte, waren die Aussagen der Polizisten nicht stichhaltig. Das Beweisgebäude, das die Ausweisung Ifeobu" begründet hatte, brach in sich zusammen.

Ein Mißgriff, der schnellstens korrigiert werden sollte, so forderte die ZEIT damals. Aber erst im Dezember letzten Jahres bequemte sich die Innenbehörde zur Korrektur. Sie ließ den Studenten, der inzwischen im belagerten Biafra Verwundete und Flüchtlinge versorgte, wissen, er dürfe wiederkommen und könne mit einer Aufenthaltserlaubnis rechnen.

Am Montagabend traf Obi Ifeobu auf dem Hamburger Flughafen ein. Die Kosten seines Fluges hat die Evangelische Studentengemeinde aufgebracht; die Hamburger Innenbehörde war bisher nicht willens, ihm die Rückreise zu finanzieren. Ihre Generosität erschöpfte sich darin, ihm die Kosten zu erlassen, die seine Ausweisung in Begleitung von zwei Polizisten – der Flug Hamburg–Lagos zu dritt–verursacht hatte. Noch aber scheint das letzte Wort nicht gesprochen. Es wäre auch der liberalen Freien und Hansestadt nicht würdig, wenn sie es dabei beließe und dem im wahren Sinne des Wortes ins Unglück geratenen Biafraner nicht wenigstens hülfe, hier wieder Fuß zu fassen. D. Z.