Harte Vorwürfe gegen die US-ölkonzerne werden zur Zeit vor einem Untersuchungsausschuß des amerikanischen Senats geprüft. Nach den Worten des Senators Edward Kennedy hat die Öl-Importbeschränkung zur Stützung der inländischen Ölförderung den amerikanischen Verbraucher in den letzten zehn Jahren 40 bis 50 Milliarden Dollar gekostet.

Den US-ölkonzernen erlaubt der Mineralölprotektionismus nicht nur, ihre Preise hochzuhalten, sie haben es auch verstanden, außerordentlich günstige Steuerregelungen für sich durchzusetzen. Sie können für die inländische Ölförderung eine "Erschöpfungsabschreibung" von 27,5 Prozent und Steuerabzug für alle im Ausland gezahlten Abgaben vornehmen. Außerdem können die im Ausland gezahlten Förder- und Einkommensteuern in voller Höhe von der US-Steuerschuld abgesetzt werden.

Aufregung verursacht auch die Mitteilung von Johnsons letztem Finanzminister Barr, daß in den USA 155 Personen mit einem Einkommen von über 200 000 Dollar, darunter 21 mit einem Einkommen von mehr als einer Million Dollar, keine Einkommensteuer gezahlt hätten. Theoretisch wird alles Einkommen, das hunderttausend Dollar übersteigt, in den USA mit siebzig Prozent besteuert. In Wirklichkeit zahlen aber manche Empfänger hoher Einkommen weniger Steuern als ihre Chauffeure. Vor allem texanische Ölmillionäre profitieren von den vielen Möglichkeiten der Steuerersparnis.