Die Beamten in Nordrhein-Westfalen haben nachgedacht. Sie sind zu einem bemerkenswerten Ergebnis gekommen: Die bisherige Regelung für den Plakatanschlag habe sich nicht bewährt. Also, ein Gesetzentwurf zur Änderung: Plakate nur noch für amtliche Mitteilungen und zur Unterrichtung der Bevölkerung über kirchliche, politische, sportliche und ähnliche Veranstaltungen. Nur was dann an Platz noch übrig ist, darf für die kommerzielle Werbung genutzt werden.

Woher die Beamten wissen, daß dem Volk Sport, Kirche und Kultur wichtiger sind als Waschmittel, Reisen und Zigaretten, verrät man nicht. Vielleicht aber hatten die Beamten ganz anderes im Sinn, nämlich schönere Städte durch allmähliche Ausrottung der kommerziellen Plakatwerbung.

Dann allerdings hätten sie etwas mehr nachdenken müssen. Die Wirtschaft wird im Notfall für geeignete Werbeflächen in den Städten besser bezahlen. Das wiederum wird mehr Hausbesitzer anregen, ihre Häuswände bekleben zu lassen. Mit dem Endeffekt, daß es dann in den Städten mehr Plakate geben wird als je zuvor. rod