Die Publizität der N. V. Philips’ Gloeilampenfabrieken, Eindhoven, läßt nichts zu wünschen übrig, wenn es um die Darstellung der Gewinne geht. Verschlossener wird die Verwaltung allerdings, wenn nach regionalen Geschäftsentwicklungen oder nach den Erfolgen einzelner Geschäftszweige gefragt wird. Deshalb ist es bereits als "revolutionäre Tat" zu werten, wenn im Geschäftsbericht für 1968 Umsatzangaben über einzelne Industriegruppen gemacht wurden, eine Neuerung, die – wie man hört – in Eindhoven erst nach einiger Überwindung eingeführt werden durfte.

Philips gibt den Umsatz mit 9,7 Milliarden Gulden an. Das sind 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Reingewinn, der 1967 um 2 Prozent zugenommen hatte, wuchs 1968 um 24 Prozent auf 439 Millionen Gulden. Kenner des Philips-Konzerns behaupten, daß der Umsatz noch um einige Milliarden höher liegen würde, wenn die Umsätze auch jener Unternehmen zugerechnet würden, die zwar zum Philips-Bereich gehören, aber noch nicht in die konsolidierte Rechnung mit einbezogen sind. Augenzwinkernd wurde zu verstehen gegeben, daß Philips auch in der Bundesrepublik einige "heimliche" Töchter besitzt. Aber, wie gesagt, Philips ist weniger auf Umsatz als auf Gewinn stolz.

In dieser Beziehung ist die Entwicklung seit 1960 nicht befriedigend verlaufen. 1960 betrug das Betriebsergebnis in Prozent vom Gesamtkapital 17,4 Prozent, in den Jahren 1966 und 1967 war es auf 8,8 Prozent gesunken. 1968 hat ein Anstieg auf 10,5 Prozent stattgefunden. 1960 betrug der Reingewinn je 25-Gulden-Aktie noch 13,86 Gulden, 1966 erreichte er mit 7,53 einen Tiefstand, 1968 hat er sich auf 9,65 Gulden erholt.

Der Aktionär hat, wenn man die Ausschüttungen betrachtet, unter dem "Gewinnschwund" nicht gelitten. 1960 erhielt er 4 Gulden auf seine Aktie, 1968 sind es 4,50 Gulden (oder 18 Prozent). Aufgefangen wurden die Gewinnschwankungen im "einbehaltenen Gewinn", also bei der Rücklagendotierung. 1960 wurden noch 65 Prozent des Reingewinns einbehalten, 1968 waren es nur 48 Prozent. In der langfristigen Finanzplanung wird eine Rückkehr zu der alten Thesaurierungspolitik angestrebt, nämlich möglichst zwei Drittel des Reingewinns einzubehalten. Gleichzeitig halt man aber auch höhere Ausschüttungen für wünschenswert. Um beides zu erreichen, muß also die Gesamtrentabilität weiter gehoben werden. Der Anfang dazu ist gemacht.

Um die Aktionäre das gute Geschäftsjahr 1968 spüren zu. lassen, sollen Gratisaktien im Verhältnis 10:1 an die Aktionäre verteilt werden. In der Praxis bedeutet dieser Schritt eine Erhöhung der Ausschüttung um den gleichen Satz.

K.W.