Er "glotzt durchs Knopfloch" und betätigt sich intensiv – auf Plakaten und in Anzeigen – als Bettenkiller Nummer eins. Er will die Deutschen in ihren überalterten Betten wachrütteln und verschlingt dabei ungefähr 700 000 bis 800 000 Mark.

Old Beddl wurde unter der Federführung des in Frankfurt ansässigen Arbeitskreises der Inlett- und Bettfedernindustrie geboren. Seit März dieses Jahres verschreckt er mit Sprüchen wie "Erbe verweigert Erbbett" jenes Dutzend Millionen Bürger, die glauben, weiterhin in einem Federbett, das sie vor Jahrzehnten erwarben, schlafen zu können.

Aber Old Beddl soll nur einen Sommer lang leben. Schon wird in Frankfurt eine neue Werbekampagne vorbereitet. Im Herbst soll es hart auf hart gehen: Dann wird nämlich die Konkurrenz der Kunststoff-Bettenhersteller von den Feder-Verarbeitern auch werblich zur Kenntnis genommen. Man will der "Kunst" die "Natur" gegenüberstellen. Rund zwei Millionen Mark stehen dafür bereit.

Das Kunststoffbett tat nämlich gleichzeitig mit Old Beddl zum Schlag auf den deutschen Bettenmarkt ausgeholt. Mit kunststoffgefüllten Betten will man in die Phalanx der 64 Millionen Federbetten alten Stils einbrechen, die in Deutschlands Haushalten Nachtdienst tun. Vor allem aber hofft man, den Anteil der 24 Millionen moderner Flachbetten zu erobern, die in Deutschland Schlafzimmern liegen. Sie sind bislang größtenteils noch federgefüllt.

Marktführer für Kunststoff-Bettes möchte die deutsche Centerfill werden. Sie arbeitet mit dem britischen Chemiekon zern ICI zusammen und erhofft sich der Bundesrepublik einen Umsatz von drei Millionen Mark. Centerfill ist ein Tochter der dänischen Nordisk Eierfabrik – des wohl größten Herstellers natür lieber Federbetten in Europa. izh