Die ZEIT veröffentlicht heute statt der an dieser Stelle sonst zu findenden Durchschnittspreise für Immobilien aller Art eine sogenannte Verrentungstabelle. Sie beruht auf den auch von Versicherungen verwendeten Sterbetafeln für die Bundesrepublik Deutschland. Mit ihrer Hilfe läßt sich die mathematisch gerechtfertigte Leibrente errechnen, die für ein Haus oder ein sonstiges Immobilienobjekt bei dieser Kaufart zu bezahlen ist. Selbstverständlich können auch andere Renten vertraglich vereinbart werden. In der Praxis legt man jedoch meist etwa die Werte zugrunde, die sich aus der Tabelle ergeben.

Allerdings wird in der Regel in den Leibrenten-Vertrag eine Gleitklausel aufgenommen. Sie paßt die Höhe der zu zahlenden Renten an den jeweiligen Lebenshaltungsindex an. Bei Verschiebungen um zehn Prozent nach oben oder unten wird dann die Rente im gleichen Ausmaß geändert.

Wer ein Haus auf Leibrenten-Basis kauft, wird zwar sofort als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen. Gleichzeitig wird jedoch die Rente als Reallast vermerkt. Zu empfehlen ist die Aufnahme einer Klausel, der zufolge die Eintragung zu löschen ist, sobald die Sterbeurkunde des "Rentners" vorgelegt wird. Die Verrentungstabelle gibt unterschiedliche Werte für Männer und Frauen an, da die Frauen eine höhere Lebenserwartung haben. Wird die Rente einem Ehepaar gezahlt, so richtet sich die Höhe häufig nach dem Alter des jüngeren Partners und wird bis zum Tode beider Ehegatten gezahlt.

Ein Beispiel für die Berechnung der Leibrente mit Hilfe der Tabelle: Der Verkaufswert eines Hauses sei – nach Abzug einer Bar-Leistung – 70 000 Mark. Der Eigentümer sei 70 Jahre alt. Aus der Tabelle ergibt sich dann folgende Rechnung: 70 000 : 1000 mal 136,64 = 70 mal 136,64 = 9564,80. Ist nichts anderes ausgemacht, so sind dem Siebzigjährigen 9564,80 Mark im Jahr zu zahlen, im Monat also 797,07 Mark.

Alter bei Vertragsabschluß / Jahresrente aus einem Kapital von 1000 Mark für Männer DM /Jahresrente aus einem Kapital von 1000 DM für Frauen DM

60 95,56 90,35

61 98,40 93,12