In Ermangelung des Guten befriedigt sich das Publikum an dem Neuen. Heinrich Heine

Am Sankt-Nimmerleins-Tag?

Jahr für Jahr lädt das "Berliner Theatertreffen" zu seinen ausgewählten besten Inszenierungen auch eine Bühne aus Ostberlin ein – mal das Berliner Ensemble, mal das Deutsche Theater. Jahr für Jahr erteilen die so Geladenen den Einladern eine Absage. In diesem Jahr sollte das Deutsche Theater mit seiner "Faust"-Aufführung gastieren. Neu, wenigstens in den Varianten der Ablehnung, ist der Grund, den Intendant Wolfgang Heinz gab: Sein Theater wolle nicht "mit einer Regierung in Beziehung treten, für die Entspannung und Sicherung des Friedens nicht das oberste Gebot ist". Wenn Heinz an diese Abfuhr die Hoffnung knüpfte, daß der Weg bald wieder frei sein werde zur freundschaftlichen Verbundenheit, so könnte man mit dem Faust, der nun nicht kommt, replizieren: "Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube."

Astrid-Lindgren-Preis

Zum sechzigsten Geburtstag der Pipi-Langstrumpf-Autorin Astrid Lindgren hat der Verlag Friedrich Oetinger einen Astrid-Lindgren-Preis in Höhe von 10 000 Mark für das beste unveröffentlichte Kinderbuchmanuskript gestiftet. 184 Manuskripte wurden eingesandt – aus ihnen wurde die Erzählung "Tim und die Unsichtbaren" von Hilde Heisinger ausgewählt und preisgekrönt. Die Autorin schrieb bereits Kinderbücher, Hörspiele, Gedichte und machte Übersetzungen. Das Buch erscheint im Sommer im Oetinger Verlag.

Erklärung

"Die Vereinigung Griechischer Akademiker in Deutschland e. V. ist bestürzt über den neuesten Schlag des faschistischen Militärregimes von Athen gegen den griechischen Geist: Durch Verordnung der Militärregierung sind die Werke des großen neugriechischen Dichters Nikos Kazantzakis verboten worden. Die faschistischklerikale Rechtfertigung dieser Entscheidung der Machthaber Griechenlands beleuchtet einen Grundaspekt ihrer ‚Ideologie‘. Solche Erscheinungen zeigen in aller Deutlichkeit, daß der griechische Neofaschismus alle Demokraten und alle demokratischen Parteien und Organisationen des Westens noch effektvoller beschäftigen muß. Jedes weitere Zögern oder Abwarten würde die Lage nur noch verschlechtern. Und nicht allein in Griechenland! Denn die heutige griechische Situation ist ein europäisches Problem! Wer sich zu den allgemein akzeptierten Werten und Idealen der westlichen Kultur bekennt, hat eine klare und eindeutige Entscheidung zu treffen: Das griechische Militärregime muß verschwinden. Jede Aktion, jede Äußerung, jede Intervention schwächt die Position der Obristen, hilft dem griechischen Widerstand."