So wenig sensationell das letzte britische Budget anmuten mag – es unterscheidet sich erheblich von seinen Vorgängern. Gab es vorher nur die Regulierung der Massenkaufkraft, durch die Steuerschraube, so hat Schatzkanzler Jenkins diesmal steuerliche Maßnahmen geschickt zur Eindämmung des in Großbritannien rapide gewachsenen Geldvolumens eingesetzt.

Unter dem Druck des IWF-Kontrollteams, das in regelmäßigen Zeitabständen die Bücher des Schatzamtes prüft wird jetzt der direkte Griff in die Tasche des Steuerzahlers von einer strikten Kontrolle aller möglichen Geldquellen ergänzt. Auf sie setzen die Labourpolitiker ihre Hoffnung, da die Fiskalpolitik allein nichts nutzte.

Hoffnung setzt Labour auch auf die Reform des Streikrechtes. Das Gesetz, das der Regierung das Recht einräumen, soll, inoffizielle Streiks für 28 Tage auszusetzen, hat Aussicht, vom Unterhaus akzeptiert zu werden. Denn die Konservativen werden kaum gegen eine Begrenzung der gewerkschaftlichen Macht stimmen.

Die Frage ist nur, ob die Gewerkschaften nicht vorher in den nationalen Proteststreik treten werden. Die Frage ist außerdem, ob das Gesetz auch wirklich eingesetzt oder, wie zum Beispiel das Einkommensgesetz, nur als Schreckschuß benutzt wird. In diesem Falle wäre die so sympathische Eigenschaft der Briten, es mit der Schärfe des Gesetzes nicht so ernst zu nehmen, ein folgenschwerer Fehltritt. my