In die bürgerkriegsähnlichen Wirren in Nordirland haben sich Großbritannien und die Irische Republik eingeschaltet: Die britische Regierung beabsichtigt, reguläre Truppen nach Nordirland zu entsenden, die dort "wichtige" Einrichtungen des öffentlichen Lebens bewachen, nicht aber gegen Demonstranten kämpfen sollen. Das irische Kabinett beschloß nach einer Eilsitzung, die Angelegenheit vor die Vereinten Nationen zu bringen.

Außenminister Aitken reiste nach New York, um UN-Generalsekretär U Thant auf den "äußersten Ernst der Lage" hinzuweisen. In Dublin wird die Entsendung einer Friedensstreitmacht als unumgänglich angesehen. Premierminister Wilson beschwor seinen nordirischen Kollegen O’Neill, "zu weiteren Beratungen in der Tat schnell nach London zu kommen".

Zu den schweren Unruhen zwischen der katholischen Minderheit, die um ihre Bürgerrechte kämpft, und der protestantischen Mehrheit war es am Wochenende vor allem in Belfast und Londonderry gekommen. Es gab etwa 300 Verletzte.