Jeweils 3,1 Milliarden Mark wollen die Farbenfabriken Bayer AG, der Bundesrepublik größtes Chemieunternehmen, in den Jahren von 1969 -bis 1973 in der Muttergesellschaft, der Leverkusener Aktiengesellschaft, und in der Gesamtgruppe des Konzerns investieren. Für die AG bedeutet das, daß im laufenden Jahr rund 700 Millionen Mark für Investitionen aufgewendet werden sollen, während in den darauffolgenden vier Jahren jeweils 600 Millionen Mark vorgesehen sind.

Knapp zehn Prozent dieses Betrages sind für Kapitalerhöhungen bei bereits bestehenden Beteiligungsgesellschaften eingeplant. Dagegen sind Neuerwerbungen in dem Investitionsplan noch nicht berücksichtigt.

Im Konzern werden sich die Investitionen – auf Bayer entfallen von der vorgesehenen Gesamtsumme entsprechend dem Beteiligungsverhältnis an den Auslandsgesellschaften etwa 70 Prozent – auf Inland und Ausland etwa im Verhältnis 60 zu 40 Prozent aufteilen, so daß bis 1973 etwa 1,25 Milliarden Mark (Bayer etwa 875 Millionen) im Ausland investiert werden. Dabei wird das Schwergewicht neben den europäischen Tochtergesellschaften vor allem auf den Beteiligungen in Nord- und Südamerika liegen. Immerhin entfielen bereits im letzten Geschäftsjahr rund 16,5 Prozent des gesamten Bayer-Konzern-Umsatzes auf die Länder dieses Erdteils.

Wie stark sich Bayer künftig im Ausland engagieren will, zeigt folgender Vergleich: Von 1952 bis 1968 wandten das Leverkusener Unternehmen und die Bayforin – Bayer Foreign Investments Ltd. in Toronto –, die die ausländischen Beteiligungen verwaltet, 526 Millionen Mark auf, während allein innerhalb der nächsten fünf Jahre für den gleichen Zweck der zweieinhalbfache Betrag ausgegeben werden soll. Mit einem Betrag, der zwischen 25 und 35 Millionen Mark im Jahr liegt, tragen die Beteiligungsgesellschaften noch nicht sehr viel zum Bayer-Gewinn bei. Der ständige Ausbau der Auslandsbeteiligungen erfordert ständig hohe Summen, die weitgehend aus der Selbstfinanzierung der Töchter aufgebracht werden, denen die Gewinne belassen werden.

So sollen die Investitionen der Mutter in Leverkusen zu mindestens 90 Prozent aus der Selbstfinanzierung bestritten werden. Selbst das ist nach den Worten des Vorstandsmitglieds Gierlichs noch eine "konservative Schätzung". Innerhalb der Gruppe wird die Selbstfinanzierung mit rund 80 Prozent ebenfalls eine außerordentlich hohe Quote aufweisen. Nach der neuen Wandelanleihe, so meint man in Leverkusen, ist vorerst eine neue Kapitalerhöhung nicht abzusehen, es sei denn unvorhergesehene Ereignisse traten ein. Damit ist wohl die Möglichkeit des Erwerbs attraktiver neuer Tochtergesellschaften gemeint. mh