Die reichsten Pop-Sänger der Welt, die Beatles, haben sich auf einen wirtschaftlichen Machtkampf eingelassen. Sie wollen das wichtigste Unternehmen ihres Wirtschaftsimperiums, die Aktiengesellschaft "Northern Songs", gegen das Übernahmeangebot eines englischen Sirs verteidigen. Sir Lew Grade ist ebenfalls in der Showbranche, er ist Präsident der Associated Television Corporation (ATV).

Sir Lew hat die bessere Ausgangsposition: Er ist mit 35 Prozent des "Northern Songs"-Kapitals zur Zeit größter Aktionär des Unternehmens. Die vier Beatles haben zusammen gerade 30 Prozent des Kapitals.

In den Besitz des Aktienpaketes gelang Sir Lew durch Verrat Der Präsident der "Northern Songs" E. C. Silver und der managing director Dick James verkauften ihre Northern Aktien an ATV, ohne die Beatles zu informieren.

Die beiden Bosse Helten Sir Lew für den besseren Chef. Nun droht ihnen die Entlassung für den Fall, daß die Beatles den Übernahme-Kampf doch noch gewinnen. Ihre Chancen sind nicht schlecht.

ATV hat ein Umtauschangebot an der Börse gemacht, das die "Northern Songs" Aktie mit etwa 37 Shilling bewertet. Das war zunächst ein gu:es Angebot. Doch dann boten die Beatles 42,5 Shilling in bar.

Zu diesem Preis wollen sie allerdings nur solange kaufen, bis sie etwas über 50 Prozent des Kapitals zusammen haben. Der Schachzug kostet die Beatles mindestens 20 Millionen Mark.

Scheitern könnten die Beatles jetzt an Paragraph 26 des englischen Übernahmegesetzes: "Kaufangebote, die nur für einen Teil der Aktien eines Unternehmens gelten, sind grundsätzlich unerwünscht."